Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat der NATO laut Medienberichten die Einteilung Europas in unterschiedliche Sektoren militärischer Verantwortung zur Raketenabwehr angeboten.
Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat der NATO laut Medienberichten die Einteilung Europas in unterschiedliche Sektoren militärischer Verantwortung zur Raketenabwehr angeboten. Danach würde Russland die Verantwortung für einen Sektor und die NATO für einen anderen Sektor übernehmen, zitierten russische Zeitungen am Montag Regierungsvertreter. Medwedew hatte beim NATO-Gipfel am Wochenende in Lissabon keine Details zu dem hinter verschlossenen Türen diskutierten Vorschlag genannt.
Das System würde der NATO und Russland erlauben, ein gemeinsames Raketenabwehrsystem zu installieren, ohne ihre Raketensysteme zusammenführen oder Geheimnisse verraten zu müssen, berichtete die russische Tageszeitung "Kommersant". "Medwedews Initiative kann wie folgt beschrieben werden: Moskau ist bereit, jedes Objekt abzuschießen, das durch unser Gebiet oder unseren Verantwortungsbereich nach Europa fliegt", zitierte die Zeitung einen namentlich nicht genannten ranghohen Diplomaten. "Damit würden Länder westlich von Russland verteidigt."
"Zugleich sollte die NATO eine vergleichbare Verantwortung in ihrem Sektor oder ihren Sektoren übernehmen", sagte der Diplomat weiter. "Wenn uns jemand über Europa hinweg angreifen will, sollten die Amerikaner oder die NATO-Mitglieder alles abschießen, das fliegt." Der Beamte machte keine Angaben dazu, ob Russlands Sektor auf eigenes Gebiet begrenzt sein würde oder auch nach Westen ausgedehnt werden und damit ehemalige Sowjetrepubliken einschließen könnte. Ein Beamter sagte der Tageszeitung "Wedomosti", der Plan habe zum Ziel, "Sicherheitsverantwortung in verschiedene Teile der Welt zu verteilen".
Medwedew hatte zum Ende des NATO-Gipfels indirekt auf den Plan angespielt und gesagt, Russland habe die "Schaffung der sogenannten Sektoren-Raketenabwehr" angeboten, was aber noch weiter analysiert werden müsse. "Die Reaktion war positiv und mehr haben wir nicht erwartet", sagte Medwedews außenpolitischer Berater Sergej Prichodko der Zeitung "Kommersant".