10. Juli 2011, 04:44 Uhr

Katholische Kirche lässt Personalakten prüfen

Die katholische Kirche will dem sexuellen Missbrauch durch Geistliche systematisch nachgehen. Kirchenmitarbeiter sollen zusammen mit Kriminologen die Personalakten aus bestimmten Gebieten untersuchen.

Die katholische Kirche will dem sexuellen Missbrauch durch Geistliche systematisch nachgehen. Gemeinsam mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen sollen Kirchenmitarbeiter die Personalakten der vergangenen zehn Jahre in 18 der insgesamt 27 deutschen Diözesen auf Hinweise für Missbrauch und dessen Vertuschung untersuchen, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" am Samstag vorab aus seiner neuen Ausgabe. In neun Diözesen sollten sogar die Personalakten seit 1945 durchforstet werden. Dies habe die Deutsche Bischofskonferenz bereits am 20. Juni einstimmig beschlossen.

Die deutschen Bischöfe wollen die Details der auf drei Jahre angelegten Untersuchung laut "Spiegel" nächste Woche vorstellen. Der Missbrauchsskandal hatte im Januar 2010 mit einem Brief des Jesuitenpaters und Schulleiters des renommierten Canisius-Kollegs in Berlin, Klaus Mertes, seinen Anfang genommen. Darin bat Mertes die Schüler, ihr Schweigen über Missbrauchsfälle an der Schule in der 70er und 80er Jahren zu brechen. In den darauf folgenden Monaten wurden zahlreiche Missbrauchsfälle in kirchlichen, aber auch weltlichen Einrichtungen wie der Odenwaldschule bekannt.

AFP
 
 
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