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2. November 2010, 00:43 Uhr

Frankreich will nach Geiseldrama in Bagdad 150 Iraker aufnehmen

Nach dem Geiseldrama in einer katholischen Kirche in Bagdad hat sich Frankreich zur Aufnahme von 150 irakischen Christen bereiterklärt.

Nach dem Geiseldrama in einer katholischen Kirche in Bagdad hat sich Frankreich zur Aufnahme von 150 irakischen Christen bereiterklärt. Das Land wolle 150 zusätzliche Vertreter religiöser Minderheiten im Irak aufnehmen, vorrangig "bei dem Attentat Verletzte und ihre Familienangehörigen", erklärte Frankreichs Einwanderungsminister Eric Besson am Montagabend. Grundlage dafür sei eine im Herbst 2007 von Präsident Nicolas Sarkozy beschlossene Initiative zur Aufnahme von im Irak bedrohten Vertretern religiöser Minderheiten. Seitdem habe Frankreich in Zusammenarbeit mit der UNO und der Vereinigung für die Hilfe von Minderheiten im Orient (AEMO) bereits 1300 Menschen aufgenommen, erklärte das Ministerium.

Das Land wolle 150 zusätzliche Vertreter religiöser Minderheiten im Irak aufnehmen, vorrangig "bei dem Attentat Verletzte und ihre Familienangehörigen", erklärte Frankreichs Einwanderungsminister Eric Besson am Montagabend. Grundlage dafür sei eine im Herbst 2007 von Präsident Nicolas Sarkozy beschlossene Initiative zur Aufnahme von im Irak bedrohten Vertretern religiöser Minderheiten. Seitdem habe Frankreich in Zusammenarbeit mit der UNO und der Vereinigung für die Hilfe von Minderheiten im Orient (AEMO) bereits 1300 Menschen aufgenommen, erklärte das Ministerium.

Bei der Geiselnahme und ihrer anschließenden blutigen Beendigung durch die Sicherheitskräfte waren fast 60 Menschen getötet worden, unter ihnen 46 Gläubige. Mindestens 60 Gläubige wurden verletzt. Schwerbewaffnete und in Uniformen gekleidete Kämpfer waren am Sonntagabend in der irakischen Hauptstadt während des Gottesdienstes in die syrisch-katholische Kirche im Stadtteil Karrada eingedrungen und hatten die dort Versammelten in ihre Gewalt gebracht. Zu der Tat bekannte sich ein Ableger des Terrornetzwerks El Kaida im Irak.

Die USA verurteilten die Geiselnahme, bei der "so viele unschuldige Iraker ums Leben kamen" scharf. "Die überwiegende Mehrheit der Iraker aller Gemeinden lehnt Gewalt strikt ab", erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs. "Wir stehen an ihrer Seite." US-Außenamtssprecher Philip Crowley verurteilte die Geiselnahme als "verwerflich".

EU-Außenministerin Catherine Ashton zeigte sich "zutiefst erschüttert" und bezeichnete die Geiselnahme als "inakzeptabel". In einer in Brüssel verbreiteten Erklärung sagte sie der irakischen Bevölkerung ihre Unterstützung zu und rief alle politischen Gruppierungen im Irak zum "gemeinsamen Kampf gegen die Gewalt" auf.

Unterdessen wurde die Ausstrahlung des Programms des irakischen Fernsehsenders El Bagdadija offenbar von Sicherheitskräften unterbrochen, nachdem der Sender über die Forderungen der Geiselnehmer in der Kirche berichtet hatte. Ihr Sender sei von Sicherheitskräften umzingelt und der Strom sei gekappt, sagte der Moderator einer politischen Sendung von El Bagdadija am Montag, bevor die Übertragung des Bildes unterbrochen wurde.

Der Sender hatte am Sonntag die Forderungen der Gruppe übermittelt, insbesondere die Freilassung von Gefangenen im Irak und in Ägypten. Eine Viertelstunde nach Unterbrechung des Programms von El Bagdadija erschien am Montag das Bild wieder mit der Mitteilung, "die Angestellten weigern sich, die Räume zu verlassen und das Gebäude an die Ordnungskräfte zu übergeben". Offenbar sendete der Kanal, dessen Hauptsitz sich in Ägypten befindet, nicht mehr aus dem Irak.

AFP
 
 
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