Bayerns Umweltminister Markus Söder hat die Abschaltung des Atomkraftwerks Isar 1 angeordnet. Der älteste Meiler soll zunächst für drei Monate vom Netz.
Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) hat am Donnerstag die Abschaltung des umstrittenen Atomkraftwerks Isar I angeordnet. Das sagte Söder am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Landtag in München. Der Schritt sei am Morgen in Abstimmung mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und dem Bundesumweltministerium in die Wege geleitet worden. Zuletzt sei der Reaktor vom Betreiber bereits auf eine Leistung von 15 Prozent heruntergefahren worden. Jetzt gehe er vom Netz - und zwar zunächst für die Dauer des AKW-Moratoriums von drei Monaten. Die schwarz-gelbe Landesregierung will Isar I allerdings nicht nur vorübergehend, sondern endgültig abschalten. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die dauerhafte Abschaltung müsse der Bund klären.
Söder hatte zuvor einen unzureichenden Schutz des ältesten bayerischen Meilers gegen Flugzeugabstürze eingeräumt. "Isar I ist der einzige bayerische Reaktor, der gegen den Absturz eines großen Verkehrsflugzeuges nicht ausreichend gesichert ist", sagte er bereits am Dienstag.
Isar I hätte nach den ursprünglichen Atomausstiegsplänen der früheren rot-grünen Bundesregierung in diesem Jahr ohnehin abgeschaltet werden sollen. Der 1977 ans Netz gegangene Reaktor war bei seinem Bau nicht für den Absturz größerer Flugzeuge ausgelegt worden. Die derzeitige schwarz-gelbe Berliner Koalition hatte im vergangenen Jahr die Laufzeit von Isar I bis 2019 verlängert.