SPD-Chef Sigmar Gabriel stößt mit seiner Forderung nach einer Senkung der Sozialabgaben für Gering- und Durchschnittsverdiener auf Widerstand des linken Parteiflügels. "Eine solche Entlastung wäre kaum spürbar. Im Bildungssystem sind die Gelder deutlich besser angelegt", sagte Vorstandsmitglied Björn Böhning der "Berliner Zeitung" (Mittwochsausgabe). "Ich fühle mich verschaukelt", sagte Juso-Chef Sascha Vogt der Zeitung. Auf ihrem Parteitag im September hätten die Sozialdemokraten etwas anderes beschlossen. Die erhofften Mehreinnahmen von etwa fünf Milliarden Euro aus der Anhebung des Einkommensteuer-Spitzensatzes von 42 auf 49 Prozent würden für "den hohen Investitionsbedarf bei der Bildung" benötigt, sagte Vogt.