Staatengemeinschaft sammelt 3,2 Milliarden Euro für Mali

15. Mai 2013, 18:58 Uhr

Die Geberkonferenz für Mali hat mit über drei Milliarden Euro an Hilfsgeldern für das vom Krieg zerrüttete Land alle Erwartungen übertroffen.

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Die Geberkonferenz für Mali hat mit über drei Milliarden Euro an Hilfsgeldern für das vom Krieg zerrüttete Land alle Erwartungen übertroffen. Insgesamt sei ein Betrag von 3,2 Milliarden Euro zusammengekommen, sagte der französische Präsident François Hollande in Brüssel. Die internationale Gemeinschaft machte die Auszahlung der Hilfen aber davon abhängig, dass das westafrikanische Land rasch zur Demokratie zurückfindet.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy sagte, dass die Zusagen rund eine Milliarden Euro über der zuvor erwarteten Summe lägen. Die ursprünglich angestrebte Summe von zwei Milliarden Euro sollte knapp die Hälfte des benötigten Geldes abdecken, das im Rahmen eines Wiederaufbauplans der malischen Regierung in diesem und im kommenden Jahr benötigt wird. Deutschland sagte auf der Konferenz 100 Millionen Euro zu.

"Wir sind an einem historischen Punkt in der Geschichte Malis", sagte der malische Übergangspräsident Dioncounda Traoré. "Das malische Volk ist der Westafrikanischen Gemeinschaft, der Afrikanischen Union und der Europäischen Union zutiefst dankbar." An der Konferenz "Gemeinsam für die Erneuerung Malis" nahmen internationale Organisationen wie UNO und Weltbank sowie rund hundert Staatenvertreter teil. Sie wurde auf Initiative der EU und der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich hin einberufen.

Die französische Armee unterstützt Mali seit rund vier Monaten im Kampf gegen Islamisten, die den Norden des westafrikanischen Landes erobert hatten. Die Staatengemeinschaft befürchtet, dass ein Zerfall Malis und anhaltende politische Unsicherheit in dem Staat zu einer Destabilisierung der gesamten Sahel-Region führen könnten. Hollande mahnte: "Die Terroristen sind aus dem Sahel nicht verschwunden." Von Juli an soll eine 12.600 Mann starke UN-Truppe in Mali für Sicherheit sorgen, bis das Land dazu wieder selbst in der Lage ist.

"Ich halte die Konferenz für sehr erfolgreich", sagte Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) in Brüssel. "Die Wahlen, die glaubwürdig im ganzen Staatsgebiet durchgeführt werden sollen, sind eine wichtige Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten großen Tranche."

Traoré hat für den 28. Juli Neuwahlen angekündigt. Eine demokratisch gewählte Regierung in Bamako gilt als entscheidend dafür, dass sich das Land wieder stabilisieren kann. Den Unruhen im Norden war ein Sturz der gewählten Machthaber vorausgegangen. Neben der Finanzierung von Neuwahlen sollen die Hilfsgelder vor allem der Wiederherstellung der im Krieg zerstörten Infrastruktur dienen, um die Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.

AFP