Steinbrück: Kandidatur wäre ohne Ehefrau nicht möglich

22. Juni 2013, 16:53 Uhr

Nach seinem überraschenden emotionalen Auftritt auf dem SPD-Wahlkonvent hat Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die Bedeutung seiner Frau Gertrud für seinen Bundestagswahlkampf betont.

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Nach seinem überraschenden emotionalen Auftritt auf dem SPD-Wahlkonvent hat Kanzlerkandidat Peer Steinbrück die Bedeutung seiner Frau Gertrud für seinen Bundestagswahlkampf betont. "Ohne ihre Unterstützung und liebevolle Zuwendung geht so was nicht", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Ich brauche ein Zuhause, um im Wahlkampf marschieren zu können." Steinbrück räumte zugleich ein, die Härte der Angriffe auf seine Person zunächst unterschätzt zu haben: "Ich hatte zuweilen das Gefühl, man wolle meine Integrität beschädigen, mir die Ehre abschneiden", sagte er der Zeitung.

Es ärgere ihn, dass Kritiker und Besserwisser nicht auf den Gedanken kämen, dass er ein sorgenfreies Leben ohne Verpflichtungen aufgegeben habe, "weil ich etwas für dieses Land tun will". Ähnlich hatte sich auch Gertrud Steinbrück bei dem gemeinsamen Auftritt beim SPD-Parteitag am vergangenen Wochenende geäußert. Ihr Mann musste daraufhin mit den Tränen kämpfen. "Das ist einfach passiert", sagte Steinbrück nun der "Bild"-Zeitung. "Meine Frau hat damit etwas in meiner Seele berührt, mir sozusagen aus der Seele gesprochen."

In der SPD wird der Auftritt weiter diskutiert. "Steinbrück hat ein Zeichen der Fassungslosigkeit gegeben, das angesichts der öffentlichen Versuche, ihn zu demontieren, aber auch aufgrund der Misshelligkeiten im eigenen Laden völlig nachvollziehbar ist", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Ich finde einen solchen Auftritt nicht peinlich, sondern menschlich sympathisch", sagte der hessische SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth der Zeitung.

Der ehemalige Finanzminister war nach Bekanntgabe seiner Kandidatur unter anderem wegen hoher Vortragshonorare und unglücklicher Bemerkungen über die Bezüge der Bundeskanzler öffentlich in die Kritik geraten. Zuletzt sorgten offen ausgetragene Querelen zwischen dem Kandidaten und Parteichef Sigmar Gabriel für Unruhe.

In einem gemeinsamen Interview mit "Bild" erklärten nun Steinbrück und Gabriel die Irritationen für beendet. "Wenn wir zwei uns fetzen, raufen wir uns auch schnell wieder zusammen", sagte Steinbrück. Gabriel fügte hinzu, in anstrengenden Zeiten könne es "auch mal rumpeln". Der Spitzenkandidat hatte Gabriel kürzlich öffentlich aufgefordert, mehr Loyalität zu zeigen.

AFP
 
 
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