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27. Juni 2011, 09:11 Uhr

"Die Zeit der nationalen Lösungen ist vorbei"

Die Griechenland-Krise würde es zeigen, Europa brauche einen gemeinsamen Finanzminister. Oppositionschef Frank-Walter Steinmeier hat sich für eine einheitliche europäische Wirtschaftspolitik ausgesprochen sowie ein Amt, das ihr "ein Gesicht gibt."

Angesichts der sich zuspitzenden Schuldenkrise in Europa hat sich SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier für die Ernennung eines gemeinsamen Finanzministers für alle Euro-Länder ausgesprochen. "Die Zeit der nationalen Lösungen ist vorbei. Europa braucht eine gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik - und einen Euro-Finanzminister, der dieser Politik ein Gesicht gibt", sagte Steinmeier der "Bild"-Zeitung. Es sei höchste Zeit, dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Der SPD-Fraktionschef äußerte allerdings Zweifel, ob "Angela Merkel den Mut dazu hat".

Steinmeier wies zugleich Vorwürfe zurück, die SPD-geführte Bundesregierung habe damals den verfrühten Beitritt Griechenlands in den Euroraum mitzuverantworten. "Es ist völlig müßig, heute darüber zu philosophieren. Genauso wie über die Frage, ob der Euro zum richtigen Zeitpunkt eingeführt wurde", sagte er zu "Bild". Richtig sei allerdings, dass die Wirtschafts- und Finanzsysteme der Euro-Staaten noch nicht ausreichend aufeinander abgestimmt gewesen seien, als die gemeinsame Währung eingeführt wurde. Dieses Projekt müsse jetzt dringend in Angriff genommen werden.

AFP
 
 
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