Strafgefangene in der DDR bauten Möbel für Ikea

16. November 2012, 14:28 Uhr

In der DDR sind bei der Produktion von Ikea-Waren politische Häftlinge und Strafgefangene eingesetzt worden.

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In der DDR sind bei der Produktion von Ikea-Waren politische Häftlinge und Strafgefangene eingesetzt worden. Eine von Ikea in Auftrag gegebene Untersuchung habe Hinweise ergeben, "dass politische Häftlinge und Strafgefangene in Teilen an der Produktion von Komponenten oder Möbelstücken, die vor 25 bis 30 Jahren an Ikea geliefert wurden, beteiligt waren", teilte der schwedische Möbelhersteller mit. Zudem habe die Studie ergeben, dass Vertreter im Ikea-Konzern von der Möglichkeit des Einsatzes politischer Gefangener in der DDR wussten.

Der schwedische Konzern habe zwar Schritte unternommen, um sicherzustellen, "dass Gefangene nicht für die Herstellung eingesetzt wurden". Es sei nun aber klar, "dass diese Maßnahmen nicht wirkungsvoll genug waren", erklärte Ikea. "Zu jener Zeit hatten wir noch nicht das heutige, gut ausgearbeitete Kontrollsystem und haben offensichtlich nicht genug getan, um derartige Produktionsweisen zu verhindern", erklärte die schwedische Ikea-Managerin Jeanette Skjelmose.

Im Frühjahr hatten mehrere Medien berichtet, der Möbelbauer und andere westliche Unternehmen hätten von der Produktion durch politische Gefangene in der DDR profitiert. Ikea kündigte daraufhin eine Überprüfung der Vorwürfe an und gab die Studie bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Auftrag.

Die Studie sorgte schon vor Veröffentlichung für Kritik. Der Verein DDR-Opfer-Hilfe warf IKEA vor, eine "unwissenschaftliche Show-Veranstaltung" zu inszenieren. Die Untersuchung lasse die wissenschaftlichen Mindeststandards vermissen, erklärte der Verein. Sie sei nicht von unabhängigen Experten, sondern von der Unternehmensberatung Ernst and Young erstellt worden, "womöglich sogar gegen Bezahlung".

"Ikea als Beschuldigter führt selbst die Ermittlungen, anstatt das unvoreingenommenen Stellen zu überlassen. Deshalb bezweifeln wir sehr, dass die Studienergebnisse valide sind", teilte der Vize-Vorsitzende des Vereins, Roland Schulz, mit. Das Thema sollte vielmehr vom Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin gemeinsam mit Historikern und Politikwissenschaftlern untersucht werden.

AFP