Strauss-Kahn nennt Buch über ihn "verachtenswert"

26. Februar 2013, 16:58 Uhr

Als "verachtenswert und verlogen" hat Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn vor Gericht ein über ihn verfasstes Skandalbuch einer früheren Geliebten bezeichnet.

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Als "verachtenswert und verlogen" hat Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn vor Gericht ein über ihn verfasstes Skandalbuch einer früheren Geliebten bezeichnet. Bei einer Verhandlung vor einem Pariser Gericht forderte Strauss-Kahn, den von Mittwoch an geplanten Verkauf des Buches "Belle et Bête" (etwa: "Schöne und Biest") der Essayistin Marcela Iacub zu stoppen. Richterin Anne-Marie Sauteraud solle der Praxis von Journalisten und Verlegern, "die für Geld alles machen", einen Riegel vorschieben. Das Gericht wollte am Abend entscheiden.

"Belle et Bête" schlägt in Frankreich hohe Wellen, seitdem das Magazin "Le Nouvel Observateur" am vergangenen Donnerstag Auszüge aus dem Buch sowie ein Interview mit der Autorin veröffentlicht hatte. Iacub gibt an, mit Strauss-Kahn von Januar bis August 2012 eine Affäre gehabt zu haben. In dem Buch kommt Strauss-Kahns Name zwar nicht vor; Iacub hat aber bestätigt, dass der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten die Hauptfigur ihres Buches ist. Das Buch, in dem der 63-Jährige als "halb Mann, halb Schwein" bezeichnet wird, vermischt demnach wahre Begebenheiten mit Fiktion.

Strauss-Kahn hat Iacub und den Verlag Stock, in dem das Buch erscheinen soll, wegen Verletzung der Privatsphäre verklagt. Er verlangt 100.000 Euro Schadensersatz. Per Eilantrag hat er eine Beschlagnahmung des Buches gefordert, was in Frankreich aber extrem selten vorkommt. Seine Anwälte fordern daher parallel, dass das Buch mit einem zunächst nicht näher konkretisierten Hinweis versehen wird, sollte es doch in den Handel kommen.

Ein Anwalt des Verlags bot bei der Verhandlung an, einer neuen Auflage einen Flyer mit einer Stellungnahme Strauss-Kahns beizulegen; bei den 40.000 Exemplaren, die bereits an Buchläden ausgeliefert worden seien, sei dies aber unmöglich.

Strauss-Kahn war im Mai 2011 als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgetreten, nachdem er in New York wegen Vergewaltigungsvorwürfen festgenommen worden war. Ihm wurde vorgeworfen, in einem New Yorker Luxushotel ein Zimmermädchen zum Oralsex gezwungen zu haben. Ein Strafprozess wurde wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des Zimmermädchens später eingestellt. In Frankreich wird gegen "DSK" derzeit im Zusammenhang mit Sex-Partys mit Prostituierten wegen "bandenmäßiger Zuhälterei" ermittelt.

AFP