Strauss-Kahn zahlt Zimmermädchen sechs Millionen Dollar

30. November 2012, 14:18 Uhr

Anderthalb Jahre nach seiner vorübergehenden Festnahme wegen Vergewaltigungsvorwürfen in den USA will Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn offenbar einen Schlussstrich unter die Affäre ziehen.

0 Bewertungen

Anderthalb Jahre nach seiner vorübergehenden Festnahme wegen Vergewaltigungsvorwürfen in den USA will Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn offenbar einen Schlussstrich unter die Affäre ziehen. Laut Medienberichten verständigte er sich mit einem New Yorker Zimmermädchen außergerichtlich auf eine Einstellung des Zivilverfahrens. Angeblich soll der 63-Jährige Millionen hinblättern.

Die "New York Times" berichtet, Strauss-Kahn und das Zimmermädchen Nafissatou Diallo, das ihn wegen mutmaßlicher Vergewaltigung auf Schadenersatz verklagt hat, hätten sich "im Stillen" auf die Einstellung des Zivilverfahrens verständigt. Die Einigung sei aber noch vorläufig, der Vergleich noch nicht unterzeichnet. Angaben zu einer möglichen Zahlung Strauss-Kahns machte die "NYT" nicht.

Die französische Tageszeitung "Le Monde" berichtet hingegen unter Berufung auf Vertraute Strauss-Kahns, dieser zahle dem Zimmermädchen sechs Millionen Dollar (4,6 Millionen Euro). Drei Millionen Dollar will er demnach bei einer Bank, die andere Hälfte von seine Frau Anne Sinclair leihen. Strauss-Kahn lebt seit dem Sommer getrennt von der aus einer sehr wohlhabenden Familie stammenden Journalistin Sinclair. Die außergerichtliche Einigung soll laut "Le Monde" am 7. Dezember vor einem Richter in New York unterzeichnet werden.

Strauss-Kahns französische Anwälte wiesen die Angaben aus "Le Monde" als "frei erfunden und falsch" zurück. Weiter wollten sie die Medienberichte nicht kommentieren. Strauss-Kahns Anwälte in den USA hatten stets ausgeschlossen, mit Diallo einen finanziellen Deal auszuhandeln, um eine Einstellung des Zivilverfahrens zu erreichen.

Der New Yorker Richter Douglas McKeon, der für das Zivilverfahren zuständig ist, sagte der Nachrichtenagentur AFP lediglich, es könne kommende Woche einen Gerichtstermin geben. Diallo hatte eine Entschädigung in nicht genannter Höhe gefordert. Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte sie im Gegenzug wegen Verleumdung auf Schadenersatz verklagt.

Strauss-Kahn war Mitte Mai 2011 am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen und wegen versuchter Vergewaltigung und erzwungenen Oralverkehrs angeklagt worden. Im Zuge der Affäre musste der einstige Hoffnungsträger der französischen Sozialisten von der IWF-Spitze weichen und seine Ambitionen auf das Präsidentenamt in Frankreich begraben. Dass es zu einem sexuellen Kontakt Strauss-Kahns mit dem Zimmermädchen im Sofitel im Herzen Manhattans gekommen war, gilt als erwiesen. Der 63-Jährige spricht jedoch von einvernehmlichem Sex.

Ende August 2011 stellte die US-Justiz die Strafverfolgung wegen Zweifeln an Diallos Glaubwürdigkeit ein. Die von der Hotelangestellten angestrengte Zivilklage gegen Strauss-Kahn blieb davon aber unberührt. Im Mai gab Richter McKeon grünes Licht für einen Zivilprozess gegen den Franzosen. Das Verfahren machte aber keine Fortschritte. Mit einer außergerichtlichen Einigung könnten beide Seiten einen langwierigen Prozess vermeiden.

Mit der außergerichtlichen Einigung hätte "DSK" die Affäre in den USA hinter sich gelassen. In seiner Heimat Frankreich laufen indes wegen einer Callgirl-Affäre um Sex-Partys noch Ermittlungen wegen bandenmäßig organisierter Zuhälterei. Ein Gericht im nordfranzösischen Douai wird am 19. Dezember über Anträge von Strauss-Kahns Anwälten entscheiden, das Ermittlungsverfahren einzustellen.

AFP