Studie: Diskriminierung an Schulen und Unis alltäglich

12. August 2013, 21:48 Uhr

An Schulen und Universitäten gehört Diskriminierung einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zufolge zum Alltag.

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An Schulen und Universitäten gehört Diskriminierung einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zufolge zum Alltag. Nach dem 450-seitigen Ergebnisbericht, aus dem das ARD-Hauptstadtstudio vorab zitierte, fühlt sich jeder vierte Schüler oder Student mit Migrationshintergrund diskriminiert. Sechs Prozent der Befragten mit einer Behinderung gaben an, benachteiligt, ausgegrenzt oder gemobbt worden zu sein. Auch homosexuelle Schüler berichteten von Beleidigungen.

Auch im Verhältnis von Lehrern und Schülern sind Diskriminierungen der Studie zufolge alltäglich. Demnach wirken sich die Erfahrungen auch negativ auf Leistung und Arbeitsmotivation aus. Nicht zuletzt erlebten Eltern behinderter Kinder oder Eltern mit Migrationshintergrund erschwerte Bedingungen etwa bei der Einschulung oder der Aufnahme ihrer Kinder in integrative Einrichtungen. Der Bericht sollte am Dienstag dem Bundestag vorgelegt werden.

Die Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, Christine Lüders, erklärte, Deutschland könne es sich "langfristig nicht leisten", ganze Gruppen von Schülern nicht chancengerecht am Bildungserfolg "teilhaben zu lassen". Sie forderte die Einrichtung unabhängiger Stellen für Schulen und Hochschulen, die Betroffenen rasche Hilfe anbieten.

 
 
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