Südkoreas Präsidentin kritisiert Verhalten von Kapitän

21. April 2014, 10:13 Uhr

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye hat dem Kapitän der verunglückten Fähre "Sewol" vorgeworfen, sich durch sein Verhalten des "Mordes" schuldig gemacht zu haben.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye hat dem Kapitän der verunglückten Fähre "Sewol" vorgeworfen, sich durch sein Verhalten des "Mordes" schuldig gemacht zu haben. "Die Taten des Kapitäns und einiger Besatzungsmitglieder waren vollkommen unverständlich, inakzeptabel und kamen Mord gleich", sagte Park bei einem Treffen mit Beratern laut ihrem Büro. Die Fähre war am Mittwochmorgen auf dem Weg zur Insel Jeju mit 476 Menschen an Bord gekentert und sank später.

Park sagte, es sei zunehmend klar, dass der Kapitän Lee Joon Seok die Evakuierung des sinkenden Schiffes unnötig verzögert und die Passagiere dann "im Stich gelassen" habe, als er das Schiff verließ. "Dies ist vollkommen unvorstellbar, rechtlich wie ethisch", sagte Park. Sie kündigte an, dass das Verhalten aller Beteiligten, angefangen von den Eignern des Schiffs, über die Inspektoren bis hin zur Besatzung, untersucht werde, und die Verantwortlichen vor Gericht gebracht würden.

Lee war am Samstag ebenso wie der Steuermann und die relativ unerfahrene dritte Offizierin festgenommen worden, die zur Zeit des Unglücks das Kommando auf der Brücke hatte. Derweil wurden laut Medien vier weitere Besatzungsmitglieder festgenommen. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft meldete, wurden drei Offiziere und ein Mechaniker des Schiffs in Polizeigewahrsam genommen.

Aufzeichnungen des Funkverkehrs zwischen der Fähre und der Schifffahrtskontrolle zeigten, dass zur Zeit des Unglücks auf der Brücke Panik und Chaos herrschte. Bislang wurden 64 Tote geborgen, doch werden noch 238 Passagiere vermisst, ein Großteil davon Schüler.

 
 
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