14. Februar 2013, 17:13 Uhr

HINTERGRUND: Supermarktketten reagieren auf Skandal

Der Pferdefleisch-Skandal hat Deutschlands Supermarktketten erreicht.

Der Pferdefleisch-Skandal hat Deutschlands Supermarktketten erreicht. Einige Unternehmen fanden in Stichproben von Fertiglasagne-Produkten Anteile von Pferdefleisch. Andere nahmen schon in den vergangenen Tagen vorsorglich Produkte aus dem Verkauf - informierten die Öffentlichkeit jedoch erst deutlich später.

EDEKA: Am Donnerstag teilte Deutschlands größte Supermarktkette mit, in Stichproben von Lasagne seiner Eigenmarke "Gut & Günstig" seien "geringe Pferdefleisch-Anteile" gefunden worden. Demnach hatte Edeka die Lasagne bereits am Dienstag vorsorglich aus den Regalen genommen und ließ Proben untersuchen. Die Gruppe überprüft auch weitere Artikel. Bei anderen Produkten lägen bislang aber "keine Hinweise auf vergleichbare Probleme" vor.

REAL: Real rief am Mittwochabend "TiP Lasagne Bolognese, 400g, tiefgekühlt" zurück. Das Unternehmen hatte die Ware von seiner Eigenmarke bereits vergangenen Freitag "als reine Vorsichtsmaßnahme nach einem Hinweis des Herstellers" aus dem Verkauf genommen. Bei Laboruntersuchungen am Mittwoch wurde demnach in "einzelnen Stichproben" Pferdefleisch gefunden. Betroffene Kunden bat Real, die Lasagne in der nächstgelegenen Filiale zurückzubringen. Der Kaufpreis soll demnach erstattet werden.

REWE: Die Handelsgruppe teilte am Donnerstag mit, den Verkauf zweier Fertigprodukte gestoppt zu haben. Dabei handle es sich um die Produkte "Mou Lasagne Bolognese" und "Mou Cannelloni Bolognese" der Marke Tulip. Tulip, so erklärte Rewe, habe die Handelskette darüber informiert, dass das Unternehmen nicht ausschließen könne, dass die beiden Produkte Pferdefleisch enthalten könnten. Produkte von Rewe-Marken seien vom Skandal nicht betroffen. Rewe lägen "von allen ihren Lieferanten" Unbedenklichkeitserklärungen vor, die den Einsatz von Pferdefleisch ausschlössen.

KAISER'S TENGELMANN: Die Supermarktkette stoppte bereits am Mittwoch vergangener Woche vorsorglich den Verkauf von Lasagne ihrer Eigenmarke A&P. Dies wurde jedoch erst zu Beginn dieser Woche bekannt. "Nach einem Verdacht könnte das betroffene Produkt Spuren von Pferdefleisch enthalten", erklärte Kaiser's Tengelmann und kündigte "Analysen" an. Am Donnerstag lagen dem Unternehmen nach eigenen Angaben noch keine Testergebnisse vor. Auch Tengelmann bietet Verbrauchern an, die Ware gegen Erstattung des Kaufpreises zurückzunehmen.

EISMANN: Bei dem Tiefkühl-Heimservice war das Vorgehen ähnlich wie bei Kaiser's Tengelmann. Eismann lägen bislang zwar noch "keinerlei Hinweise" vor, dass Produkte vom Pferdefleisch-Skandal betroffen seien, teilte das Unternehmen mit. Rein vorsorglich aber habe der Heimservice schon vergangene Woche den Verkauf von Lasagne-Produkten gestoppt. Eismann habe Lasagne-Proben genommen und einem Labor übergeben. Nun warte das Unternehmen auf die Ergebnisse. Mit Resultaten werde "erst in der nächsten Woche" gerechnet.

AFP