2. Juli 2012, 12:08 Uhr

Syrische Armee setzt Beschuss von Homs fort

Die syrische Armee hat ihren Beschuss der Rebellenhochburg Homs fortgesetzt.

Die syrische Armee hat ihren Beschuss der Rebellenhochburg Homs fortgesetzt. Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, versuchte die Armee die von Rebellen gehaltenen Viertel Chaldije und Dschurat al-Schiah wieder einzunehmen. Demnach waren am Sonntag landesweit 79 Menschen getötet worden, darunter 38 Zivilisten. Bei den anderen Opfern habe es sich um 28 Soldaten sowie 13 Aufständische gehandelt.

Ein Aktivist in Homs sagte der Nachrichtenagentur AFP, wegen des anhaltenden Artilleriebeschusses könnten die eingeschlossenen Familien nur sehr schwer mit Nahrung oder Medikamenten versorgt werden. Mangels medizinischen Materials hätten mehrere Verletzte amputiert werden müssen.

Unterdessen wurden zwei syrische Grenzpolizisten durch eine aus dem Libanon abgefeuerte Rakete verletzt. Wie die libanesischen Sicherheitskräfte mitteilten, wurde die Rakete im Morgengrauen vom Ort Bukaja im Libanon abgefeuert und schlug an einem syrischen Grenzposten ein.

Die von Deserteuren gebildete Freie Syrische Armee und weitere militante Aktivisten kündigten indes einen Boykott des Treffens der syrischen Opposition in Kairo an. Als Grund gaben die Oppositionellen in einer Erklärung an, das Treffen in der ägyptischen Hauptstadt verweigere den "Ansatz einer ausländischen Militärintervention zum Schutz der Bevölkerung". Außerdem werde bei dem mehrtägigen Treffen weder über die Einrichtung von Schutzzonen noch von humanitären Korridoren oder die Bewaffnung der Aufständischen geredet werden, hieß es weiter.

Die Opposition, allen voran der Syrische Nationalrat, kommt heute in Kairo zusammen, um eine gemeinsame Position zur Zukunft Syriens zu erarbeiten. Zu der Konferenz werden auch mehrere Minister arabischer Länder erwartet. Das Treffen diene aber nur dazu, Syriens Staatschef Baschar al-Assad erneut zu einer Umsetzung des Sechs-Punkte-Plans des Sondergesandten Kofi Annan zu bewegen, kritisierten die Freie Syrische Armee sowie "unabhängige" militante Aktivisten. Das Treffen sei eine "Verschwörung", und seine Teilnehmer wollten sich Plänen Russlands und Irans, der beiden Verbündeten Assads, unterwerfen.

Am Samstag hatte die Syrien-Aktionsgruppe einen internationalen Plan für einen politischen Übergang in Damaskus beschlossen. Da dieser aber die Führung um Assad nicht grundsätzlich von einem Neuanfang ausschloss, reagierten Teile der Opposition mit harscher Kritik.

AFP