Die Gewerkschaften fordern drei Prozent mehr Gehalt für die Angestellten im öffentlichen Dienst der Länder. Zunächst solle es einen Sockelbetrag von 50 Euro für jeden Beschäftigten und dann eine lineare Erhöhung von drei Prozent geben.
Die Gewerkschaften fordern für die rund 585.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder bis zu fünf Prozent mehr Gehalt. Für jeden Mitarbeiter solle es einen Sockelbetrag von 50 Euro plus drei Prozent mehr Gehalt geben, teilten die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) und die dbb-Tarifunion am Dienstag in Berlin mit. Für Auszubildende solle es zusätzlich eine Übernahmegarantie geben. Die Tarifverhandlungen beginnen am 4. Februar.
Nach Angaben des Beamtenbundes sind rund 800 000 Angestellte betroffen. Die Arbeitgeber forderten bereits Zurückhaltung. Die Steuereinnahmen lägen trotz der wirtschaftlichen Erholung immer noch unter dem Niveau von 2008, sagte der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft deutscher Länder, Hartmut Möllring, am Wochenende. Die Gewerkschaften wollen erreichen, dass das Verhandlungsergebnis auch auf 1,24 Millionen Landes- und Kommunalbeamte übertragen wird.
Verdi-Chef Frank Bsirske sagte, mit dem wirtschaftlichen Aufschwung habe sich auch die Finanzlage der Länder verbessert. "Wir wollen, dass die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nicht von der allgemeinen Entwicklung abgekoppelt werden." Der Landesbereich müsse als Arbeitgeber attraktiv bleiben. So mache sich bereits heute an den Unikliniken ein Fachkräftemangel bemerkbar. Die Hochschulen stünden im Wettbewerb mit internationaler Konkurrenz. Das geforderte Gesamtpaket würde die Arbeitgeber laut Bsirske insgesamt 3,6 Milliarden Euro kosten.