8. November 2010, 15:24 Uhr

Kritik an verringerter Entwicklungshilfe

Die Welthungerhilfe und das Hilfswerk Terre des Hommes haben eine verringerte deutsche Entwicklungshilfe angeprangert.

Die Welthungerhilfe und das Hilfswerk Terre des Hommes haben eine verringerte deutsche Entwicklungshilfe angeprangert. Deutschlands Entwicklungshilfe sei im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als eine Milliarde Euro auf 8,6 Milliarden gesunken, erklärten die beiden Organisationen am Montag in Berlin. Demnach sank der Anteil der Entwicklungshilfe am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,38 Prozent auf 0,35 Prozent in 2009.

Der EU-Stufenplan zur Steigerung der Entwicklungshilfe sieht eine Zunahme der Entwicklungshilfe bis 2010 auf 0,51 Prozent und bis 2015 auf 0,7 Prozent des BIP vor. Dieses Ziel werde "klar verfehlt", hieß es in der Erklärung von Welthungerhilfe und Terre des Hommes. Der EU-Plan sei aber ein "Gradmesser für die internationale Solidarität Deutschlands", mahnte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann.

Kritisch sehen die Hilfswerke auch die engere Anbindung der deutschen Wirtschaft an die Entwicklungspolitik. Demnach stiegen die Mittel für Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft in diesem Jahr bereits um ein Viertel auf 60 Millionen Euro. Da der Schwerpunkt dabei in Asien liege, fehle das Geld für die Armutsbekämpfung vor allem in Afrika, erklärte Terre des Hommes.

AFP
 
 
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