Die größte Blume der Welt ist im Botanischen Garten Berlin nach langem Warten aufgeblüht - und verbreitet einen bestialischen Gestank. Die Besucher scheint es nicht zu stören: Zu Tausenden stürmten sie am Wochenende in das Tropenhaus.

Großer Stinker: Die Titanenwurz im Botanischen Garten Berlin blüht erstmals seit 2009 wieder© Rainer Jensen/DPA
Das seltene Schauspiel einer blühenden Titanenwurz (Amorphophallus titanum) hat am Wochenende einen Besucheransturm auf den Botanischen Garten in Berlin ausgelöst. Wie die Sprecherin des Botanischen Gartens, Gesche Hohlstein, am Montag sagte, kamen mehrere Tausend Besucher in das Tropenhaus, wo die Titanenwurz steht. Eine Live-Übertragung im Internet brach aufgrund der hohen Anzahl an Klicks zusammen. Der Botanische Garten stellte daraufhin Fotos ins Netz, die das Öffnen der Blume im Zeitraffer zeigen.
"Das Blühen der Pflanze ist eine unglaubliche Rarität", sagte Hohlstein. Es sei für den Botanischen Garten nicht abzusehen gewesen, dass die Titanenwurz in diesem Jahr ausschlage. Die Titanenwurz gilt als größte existierende Blume der Pflanzenwelt. Das Berliner Exemplar erreichte in blühendem Zustand am Wochenende eine Höhe von 1,99 Meter. Die Blume ist auf Sumatra zu Hause.
Wenn eine Titanenwurz blüht, öffnet sich ein Hochblatt und entlässt einen intensiven Geruch nach verwesendem Fleisch, um Aasfliegen anzuziehen, die die Pollen weitertragen. "Darin mischen sich Duftstoffe von Kot, Ammoniak und Urin - es ist ein bestialischer Gestank", berichtete Hohlstein. Der Geruch habe sich im gesamten Tropenhaus breit gemacht und sei auch in Nachbarhäuser gezogen.
Am zweiten Tag verziehe er sich und am dritten schlössen sich die Blätter und der Blütenstand knicke ein, sagte Hohlstein. Die Titanenwurz blühte vor zwei Jahren erstmals. Davor konnten Besucher letztmalig 1939 einem solchen Ereignis in Berlin beiwohnen.