Toyota ruft weltweit über sieben Millionen Autos zurück

10. Oktober 2012, 14:18 Uhr

Der japanische Autobauer Toyota ruft weltweit über sieben Millionen Fahrzeuge zurück.

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Der japanische Autobauer Toyota ruft weltweit über sieben Millionen Fahrzeuge zurück. Wegen Problemen beim elektrischen Fensterheber sollen in Deutschland mehr als 136.000 Autos in die Werkstätten, wie das Unternehmen mitteilte. Von eigenen Reparaturversuchen rät der Konzern den Autobesitzern dringend ab.

Von der Rückrufaktion betroffen sind weltweit rund 7,43 Millionen Autos aus den Baujahren 2005 bis 2010, darunter die beliebten Modelle Corolla, Yaris und Auris. Das Unternehmen ordert damit nun mehr Autos zurück, als es im vergangenen Geschäftsjahr weltweit verkauft hatte. Der Absatz im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr hatte bei 7,35 Millionen Fahrzeugen gelegen.

Rund 2,47 Millionen Autos sollen Unternehmensangaben zufolge nun in den USA in die Werkstätten gebracht werden. 2,8 Millionen seien es in Europa und China. Die übrigen betroffenen Wagen verteilen sich demnach auf Länder wie Japan, Kanada, Australien und den Mittleren Osten. Laut Toyota Deutschland müssen hierzulande rund 136.000 Fahrzeuge der Typen Yaris, Auris und RAV4 in die Werkstätten, die zwischen September 2006 und Dezember 2008 gebaut wurden.

Das Unternehmen begründet die Rückrufe mit Problemen am elektrischen Fensterheber in der Fahrertür. Dort sei für den Stromfluss ein Relais verarbeitet, das vor dem Einbau eingefettet worden sei, sagte ein Sprecher von Toyota Deutschland. "Der Fettauftrag ist möglicherweise nicht gleichmäßig erfolgt", erläuterte er. Die Folge sei ein schnellerer Verschleiß des Bauteils, so dass sich der Fensterheber schwerfälliger oder gar nicht mehr bedienen ließe.

Autobesitzer sollten dieses Problem allerdings nicht selbst angehen und eigenständig Schmiermittel am Schalter anbringen, mahnte der Sprecher. "Wer ein falsches Schmiermittel reinsprüht, wird die Funktion des Schalters aufheben", sagte er. Dann fließe ständig ein kleiner Strom, so dass sich der Schalter erwärmen und verformen könne. Mit den Rückrufen will das Unternehmen dem vorbeugen.

Laut einer Sprecherin von Toyota in Tokio kam es in den USA in mindestens einem Fall zu Rauch im Bereich des Fensterhebers. "Wir können die Ursache dafür nicht genau bestimmen und es gab auch keinen Bericht, dass es einen Brand gegeben habe", beschwichtigte sie. Ähnliche Vorfälle in Deutschland sind den Angaben zufolge nicht bekannt - auch nicht aus Tests mit falschen Schmiermitteln. "Wir haben versucht, im Test einen Brand zu verursachen. Mehr als Wärmevorfälle sind uns nicht gelungen", sagte der deutsche Sprecher.

Über das Kraftfahrtbundesamt werden Autohalter nun informiert. Sie sollen anschließend ihre Wagen in die Werkstätten bringen. Dort wird laut Toyota das betroffene Bauteil geprüft und gegebenenfalls ausgetauscht. Der Werkstattbesuch sei für die Halter kostenlos. Er dauere etwa eine Stunde.

Toyota hatte in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Fahrzeuge wegen technischer Probleme und Sicherheitsmängeln zurückrufen müssen. Die Rückrufaktionen schädigten das Ansehen des größten japanischen Autobauers. Seit 2009 etwa musste Toyota wegen Problemen mit Fußmatten mehr als zwölf Millionen Autos in die Werkstätten ordern. Die Matten wurden mit tödlichen Unfällen in Zusammenhang gebracht. Sie sollen sich mit dem Gaspedal verhakt und dadurch eine ungebremste Beschleunigung ausgelöst haben.

AFP