Trauerfeier für Margaret Thatcher Mitte kommender Woche

9. April 2013, 13:28 Uhr

Großbritannien nimmt am Mittwoch kommender Woche in einer Trauerfeier Abschied von der verstorbenen früheren Premierministerin Margaret Thatcher.

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Großbritannien nimmt am Mittwoch kommender Woche in einer Trauerfeier Abschied von der verstorbenen früheren Premierministerin Margaret Thatcher. Dies habe die Regierung in Abstimmung mit dem Königshaus und der Familie Thatchers beschlossen, erklärte das Büro von Regierungschef David Cameron in London. Die Trauerfeier werde in der St.-Pauls-Kathedrale in London stattfinden.

An der Trauerfeier nehmen auch Königin Elizabeth II. und ihr Mann Prinz Philip teil. Dies ist ein ungewöhnlicher Akt: Die Queen ist normalerweise nur bei Begräbnissen oder Gedenkfeiern für Mitglieder von Königshäusern zugegen.

Thatcher, die am Montag im Alter von von 87 Jahren gestorben war, war von 1979 bis 1990 Großbritanniens erste Premierministerin. Sie erhält eine Trauerfeier mit militärischen Ehren, die zweithöchste Stufe nach einem Staatsbegräbnis. Nach der Feier soll ihr Leichnam nach offiziellen Angaben eingeäschert werden.

Nach Angaben ihres Sprechers Tim Bell bestand die "Eiserne Lady" ausdrücklich darauf, kein Staatsbegräbnis zu bekommen, da sie dies für "nicht angemessen" hielt. Auch einen Überflug durch die Luftwaffe habe sie als "Geldverschwendung" abgelehnt. Thatcher habe zudem Wert darauf gelegt, dass ihr Leichnam nicht öffentlich aufgebahrt wird, sagte Bell.

Ähnliche Trauerfeiern wie Thatcher erhielten in der Vergangenheit die verstorbene Queen Mum und Prinzessin Diana. Der Sarg mit Thatchers sterblichen Überresten wird in der Nacht vor der Feier im Westminster-Palast aufgebahrt und dann auf einem Pferdefuhrwerk durch die Straßen Londons zur Kathedrale gefahren.

Unterdessen wurden im Südwesten Englands sechs Polizisten verletzt, die eine Freudenfeier von Kritikern der ehemaligen britischen Premierministerin auflösen wollten. Einer der Beamten habe bei dem Vorfall in Bristol schwere Verletzungen erlitten, teilte die Polizei mit. Rund 200 Menschen nahmen demnach an einer Feier zum Tod der "Eisernen Lady" teil, die Großbritannien zwischen 1979 und 1990 regiert hatte und harte Reformen durchsetzte.

Die Menge in Bristol weigerte sich den Angaben zufolge, die Feier zu beenden. "Flaschen und Dosen wurden auf die Beamten geworfen", sagte Chefinspektor Mark Jackson. "Sechs von ihnen erlitten Verletzungen". Zudem seien ein Polizeiauto beschädigt und mehrere Mülltonnen wurden in Brand gesetzt worden. Ein Verdächtiger sei festgenommen worden.

Ähnliche Partys gab es im schottischen Glasgow und im südlichen Londoner Stadtteil Brixton, wo es 1981 gewaltsame Krawalle gegen Thatchers Regierung gegeben hatte. Dort feierten am Montagabend etwa 200 Menschen den Tod der Ex-Premierministerin mit Hip-Hop- und Reggae-Musik. Einige Teilnehmer hatten Plakate mit Aufschriften wie "Freude - Thatcher ist tot" dabei. In Glasgow nahmen 300 Menschen an einer ähnlichen Party teil und sangen "Maggie, Maggie, Maggie - tot, tot, tot."

AFP