7. März 2012, 12:33 Uhr

UN-Nothilfebeauftragte Amos besucht Syrien

Die UN-Nothilfebeauftragte Valerie Amos wird heute zu einem dreitägigen Besuch in Syrien erwartet.

Die UN-Nothilfebeauftragte Valerie Amos wird heute zu einem dreitägigen Besuch in Syrien erwartet. Nach eigenen Angaben will sie erreichen, dass Bedürftige ohne Einschränkung Zugang zu humanitärer Hilfe erhalten. Nach neuen Angaben einer Menschenrechtsgruppe wurden in Syrien seit Beginn der blutigen Niederschlagung der Proteste gegen Staatschef Baschar al-Assad vor rund einem Jahr fast 8500 Menschen getötet.

Angesichts der sich verschlechternden humanitären Lage in Syrien sprach sich Amos für die Forderung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz nach einer täglichen Feuerpause zwischen den Konfliktparteien aus. Unklar ist noch, ob Amos neben Damaskus auch andere Regionen des Landes besuschen können wird. Die Einreise nach Syrien war ihr Ende Februar zunächst verweigert worden.

Der oppositionelle syrische Nationalrat zeigte sich skeptisch über Amos' Besuch in Syrien. Der in Deutschland lebende Nationalratsvertreter Sadiqu Al-Mousllie sagte im Deutschlandradio Kultur, er hoffe zwar, dass Amos "in der Lage ist, irgendetwas zu bewegen". Er verwies aber auf die Erfahrungen mit der Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien Anfang des Jahres, die kein Ende der Gewalt hatte bewirken können. Die Opferzahl sei sogar noch gestiegen.

Al-Mousllie forderte von der internationalen Staatengemeinschaft Waffenlieferungen für die Aufständischen. Es gebe keinen anderen Weg, den Menschen in der umkämpften Protesthochburg Homs zu helfen.

Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats berieten derweil über einen von den USA ausgearbeiteten neuen Entwurf für eine Syrien-Resolution. In dem Resolutionsentwurf wird von der syrischen Regierung ein sofortiger Stopp jeglicher Gewalt verlangt. Sicherheitskräfte sollen aus den Protesthochburgen abgezogen und wegen der Proteste festgehaltene Gefangene freigelassen werden. Sobald diese Bedingungen erfüllt sind, sollen die Oppositionsgruppen dem Entwurf zufolge auf alle Gewalt verzichten. Die syrischen Behörden werden in dem Text zudem aufgefordert, sofort humanitäre Hilfslieferungen für alle Städte des Landes zu ermöglichen.

Die UN-Botschafter Russlands und China, die bereits zwei UN-Resolutionen zu Syrien mit ihrem Veto verhindert hatten, äußerten sich nach den Gesprächen nicht zu dem Entwurf. Russlands Vizeaußenminister Gennadi Gatilow hatte sich jedoch zuvor ablehnend geäußert und den Text als "unausgeglichen" bezeichnet. Es handele sich lediglich um eine "leicht veränderte Version" des Dokuments, gegen das Russland und China Anfang Februar ihr Veto eingelegt hatten, kritisierte Gatilow.

Nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind die große Mehrheit der seit Beginn des Aufstandes gegen Assad 8500 Getöteten - knapp 6200 Menschen - Zivilisten. Seit März 2011 starben demnach zudem 1835 Soldaten und Angehörige der Sicherheitskräfte sowie 428 Deserteure.

AFP
 
 
MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
Verwandte Fragen

Sie kennen die Antwort? Beantworten Sie die Frage hier oder senden Sie selber eine Frage