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14. Mai 2011, 17:53 Uhr

De Maizières Abrechnung mit Guttenberg

Der wegen der Plagiatsaffäre von allen politischen Ämtern zurückgetretene Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gerät jetzt auch wegen seiner Arbeit als Verteidigungsminister in die Kritik. Sein Nachfolger, Thomas de Mazière hat nicht nur an der Stabsorganisation von zu Guttenberg einiges zu bemängeln.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat die Arbeit seines Vorgängers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel" zufolge scharf attackiert. De Maizière habe nach übereinstimmenden Berichten von Teilnehmern der Unionsfraktionssitzung von unhaltbaren Zuständen im Verteidigungsministerium gesprochen. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums wies die Darstellung zurück.

De Maizière habe auf überkommene Strukturen und unzulängliche Planungsarbeiten hingewiesen, hieß es in dem Bericht. Besonders mokierte er sich demnach über die große Anzahl von Stäben im Haus, deren Sinn sich ihm nicht erschlossen habe. Ein Stab kontrolliere wohl den anderen Stab, habe der Minister gelästert.

De Maizière sagte demnach auch, die Vorbereitungen für die Umstellung der Bundeswehr zu einer Freiwilligen-Armee seien unzureichend. Es sei eine große Herausforderung, ausreichend qualifizierte Bewerber zu finden. Fraktionsmitglieder hätten die Äußerungen des neuen Ministers als "knallharte Abrechnung" bezeichnet. Der Name Guttenberg sei dabei nicht gefallen. De Maizière habe immer nur von seinem Vorgänger gesprochen. Der Minister will seine Vorstellungen zur Reform der Bundeswehr am kommenden Mittwoch vorstellen.

Der Ministeriumssprecher sagte, der "Spiegel"-Bericht "geht an der Sache vorbei". Es entspreche nicht der "Art des Ministers", sich so zu äußern. De Maizière habe die Fraktion "ausschließlich über Vorhaben informiert, die jetzt anstehen, und nicht darüber, was er vorgefunden hat", sagte der Sprecher.

Guttenberg war Anfang März wegen der Plagiatsvorwürfe um seine Doktorarbeit zurückgetreten. Die Universität Bayreuth ist inzwischen zu der Auffassung gelangt, der CSU-Politiker habe sie bei der Erstellung der Arbeit vorsätzlich getäuscht.

hw/DPA/AFP
 
 
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