Die Krise in Syrien entwickelt sich nach Einschätzung der Vereinten Nationen und der Europäischen Union zu einer humanitären Notlage.
Die Krise in Syrien entwickelt sich nach Einschätzung der Vereinten Nationen und der Europäischen Union zu einer humanitären Notlage. Die "große Menschenrechtskrise" in Syrien habe zunehmend schwere humanitäre Auswirkungen, sagte die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos in Brüssel. Neben Medizin würden inzwischen auch Nahrungsmittel "stark benötigt", betonte Amos nach einem Gespräch mit der EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgieva.
"Unglücklicherweise werden die Bedingungen innerhalb des Landes immer schlimmer", sagte Georgieva. Die EU habe drei Millionen Euro vor allem für Medikamente und die Unterbringung von Flüchtlingen in Nachbarländern bereitgestellt. Ausdrücklich dankte Georgieva der Türkei, Jordanien und dem Libanon für ihre "Gastfreundschaft", da diese ihre Grenzen offen hielten.
Amos wie auch Georgieva forderten von "allen Parteien" in Syrien, humanitäre Helfer ihre Arbeit machen zu lassen und sie nicht in die Kämpfe hineinzuziehen. Die Kämpfenden müssten "die Neutralität der humanitären Helfer respektieren", sagte Georgieva. Am Montag hatte das Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mitgeteilt, dass es mit der syrischen Regierung und der bewaffneten Opposition über eine Kampfpause zur Versorgung der Bevölkerung verhandle.
Syrische Truppen nahmen derweil erneut die Protesthochburg Homs unter scharfen Beschuss. Wie die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, wurden mindestens sieben Menschen getötet, unter ihnen drei Kinder. In den frühen Morgenstunden hätten die Stadtteile der Aufständischen unter Dauerfeuer gestanden.
Die Stadt, die teilweise von bewaffneten Aufständischen kontrolliert wird, steht seit dem 4. Februar unter Beschuss der Armee. Seit einer Truppenverstärkung am Sonntag wächst die Furcht vor einer endgültigen Erstürmung der aufständischen Viertel durch das Militär. Aus der Hauptstadt Damaskus meldeten Menschenrechtsaktivisten neuerliche Proteste gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad.
Russland wird nicht an der internationalen Syrien-Konferenz am kommenden Freitag in Tunis teilnehmen. Das russische Außenministerium erklärte, mit der Konferenz solle in einem internen Konflikt "eine Seite gegen eine andere unterstützt" werden. So seien Vertreter der syrischen Opposition eingeladen worden, nicht aber Vertreter der Regierung von Staatschef Assad. Daher könne Russland an der Konferenz in der Hauptstadt Tunis nicht teilnehmen.
Zu der "Konferenz der Freunde des syrischen Volks" sind unter anderem Vertreter der Arabischen Liga, der EU, der USA, Russlands und Chinas geladen. Gesucht werden soll nach einer politischen Lösung des blutigen Konflikts.