In Ägypten haben Demonstranten versucht, das Gebäude der Behörde für Staatssicherheit in Alexandria zu stürmen. Die Polizei ging angeblich gegen die Demonstranten vor.
In der ägyptischen Hafenstadt Alexandria haben Demonstranten versucht, das Gebäude der Behörde für Staatssicherheit zu stürmen. Wie Augenzeugen und ein Arzt der Nachrichtenagentur AFP sagen, warfen sie am späten Freitagabend Molotow-Cocktails auf das Gebäude. Daraufhin sei auf sie geschossen worden. Den Angaben zufolge wurden mehrere Menschen verletzt. Das Gebäude sei letztlich von Soldaten gegen die Demonstranten abgesichert worden, hieß es.
In Medienberichten wurde ein namentlich nicht genannter Angehöriger der Sicherheitskräfte mit den Worten zitiert, die Polizei habe nicht scharf geschossen und es habe auch keine Verletzten oder Toten gegeben.
Die Staatssicherheitspolizei ist in der Bevölkerung verhasst und für Misshandlungen berüchtigt. Sie wird auch für die massive Gewalt gegen Demonstranten in den letzten Tagen der Führung von Präsident Husni Mubarak verantwortlich gemacht.
Der designierte ägyptische Ministerpräsident Essam Scharaf hatte zuvor in Kairo Tausenden Demonstranten versprochen, auch die Sicherheitskräfte zu reformieren. Scharaf war am Vortag zum Nachfolger von Ahmed Schafik ernannt worden, den noch der am 11. Februar gestürzte Mubarak eingesetzt hatte. Scharaf bat die Demonstranten, die weitreichende Reformen forderten, um Geduld. Es wurde erwartet, dass Scharaf das Kabinett umbildet.