Breivik kommt in Hochsicherheitsgefängnis

24. August 2012, 14:08 Uhr

Anders Behring Breivik kommt nun in ein Hochsicherheitsgefängnis in dem er ähnlich Haftbedingungen vorfinden wird wie in der Untersuchungshaft. Für 54% der Norweger sind die Bedingungen zu milde.

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Breivik umringt von Polizeibeamten im Gerichtssaal in Oslo. Auch in Zukunft wird ihm die Justiz viel Aufmerksamkeit schenken.©

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik muss wegen der Anschläge von Oslo und Utöya mit insgesamt 77 Toten für 21 Jahre ins Gefängnis. Damit wird sich der 33-Jährige im Hochsicherheitsgefängnis von Ila bei Oslo wiederfinden.

Wie wird Breivik in Ila untergebracht?

Die Zelle wird voraussichtlich vergleichbar sein mit der, die er schon während des Prozesses belegte. Diese besteht aus drei Einzelräumen von jeweils etwa acht Quadratmetern. In einem der Zellenräume schläft Breivik, einer ist als Fitnessraum ausgestattet, der dritte dient als Arbeitszimmer.

Über welche Ausstattung verfügt das Arbeitszimmer?

Bislang war dort ein Laptop auf eine Tischplatte montiert, der keinen Internet-Zugang hat. Laut der Zeitung "Verdens Gang" verfügt er über eine Offline-Version des Internetlexikons Wikipedia. Ob Breivik den Laptop auch nach der Verurteilung nutzen darf, ist noch unklar. Nach Angaben seiner Verteidiger schreibt er an seiner Autobiografie.

Hat Breivik Kontakt zu anderen Menschen?

In Ila wird er vorerst getrennt von anderen Gefangenen inhaftiert. Auch hat Breivik keinen Zugang zum Internet, um eine Kommunikation mit der Außenwelt zu verhindern. Für Aufregung sorgte ein "Verdens Gang"-Bericht, wonach die Haftanstalt geplant habe, Menschen zu bezahlen, um Breivik Gesellschaft zu leisten. Die Gefängnisverwaltung wies das als "Missverständnis" zurück und erklärte, Gefängnismitarbeiter würden damit beauftragt, Breivik zu beschäftigen, mit ihm Fitnessübungen zu machen und mit ihm zu sprechen.

Wie beurteilen die Norweger die Unterbringungsform?

In einer aktuellen von "Verdens Gang" veröffentlichten Umfrage bewerten 54 Prozent der Norweger die Bedingungen der Unterbringung in drei ihm zur Verfügung stehenden Räumen und Computerzugang als zu "milde".

amt/AFP
 
 
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