In Washington besteht einem Pressebericht zufolge Uneinigkeit über die von Extremisten in Nordafrika ausgehende Gefahr für die Sicherheit der USA.
In Washington besteht einem Pressebericht zufolge Uneinigkeit über die von Extremisten in Nordafrika ausgehende Gefahr für die Sicherheit der USA. Die "Los Angeles Times" berichtet unter Berufung auf US-Regierungskreise, in der Regierung werde derzeit heftig darüber diskutiert, ob die von den islamistischen Milizen in Mali und benachbarten Ländern ausgehende Gefahr eine militärische Intervention rechtfertige. Die Staats- und Regierungschefs der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) kommen heute in Abidjan zu einem Krisengipfel zur Lage in Mali zusammen.
Demnach besteht zwar Einigkeit, dass die verschiedenen Gruppen, darunter Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI), eine akute Gefahr für die Länder der Region darstellen. Doch herrsche besonders im Weißen Haus Skepsis, dass sie auch den USA gefährlich werden könnten. Im Verteidigungsministerium wird dagegen gewarnt, dass ohne eine entschiedene Intervention Mali ähnlich wie Afghanistan vor 2001 zu einem Rückzugsgebiet für Terrorgruppen werden könnte.
"Niemand hier stellt die regionale Bedrohung durch AQIM in Frage", sagte ein Regierungsvertreter der "Los Angeles Times". "Die Frage, die wir stellen müssen, ist, welche Gefahr bedeuten sie für die USA? Die Antwort soweit ist: Keine." Bisher hat die US-Regierung nur angekündigt, die französische Intervention gegen die Islamisten im Norden Malis mit Transportflugzeugen und Aufklärungsdrohnen zu unterstützen. Kampftruppen will sie bisher nicht entsenden.
An dem Treffen in der ivorischen Wirtschaftsmetropole Abidjan nimmt auch der französische Außenminister Laurent Fabius teil. Frankreich kämpft seit einer Woche gegen den Vormarsch der Islamisten in dem westafrikanischen Land.
Die ECOWAS will bis zum 26. Januar 2000 Soldaten der Internationalen Unterstützungsmission für Mali (MISMA) entsenden, langfristig soll die Eingreiftruppe mehr als 3000 Soldaten umfassen. Das größte Kontingent stellt Nigeria mit 900 Soldaten. Togo, Niger, Burkina Faso und Senegal wollen jeweils etwa 500 Mann beitragen.
Malis Armee meldete derweil die komplette Einnahme der zentralmalischen Stadt Konna, die am 10. Januar von islamistischen Milizen erstürmt worden war. Aus Sorge vor einem weiteren Vorrücken griff Frankreich daraufhin militärisch ein. Auch die Rückeroberung der Stadt Diabali wurde bestätigt.