Wie Frankreich streben auch die USA für nächstes Jahr ein Ende ihres Kampfeinsatzes in Afghanistan an.
Wie Frankreich streben auch die USA für nächstes Jahr ein Ende ihres Kampfeinsatzes in Afghanistan an. Er hoffe, dass die US-Truppen Mitte 2013 oder in der zweiten Hälfte kommenden Jahres auf eine "Ausbildungs- und Beraterrolle" umschwenken könnten, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta auf der Reise zum Treffen der NATO-Verteidigungsminister in Brüssel.
Zugleich betonte Panetta, dass die auf dem NATO-Gipfel von Lissabon beschlossene Strategie zur Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanischen Kräfte bis Ende 2014 "respektiert" werden müsse. Die Partnerländer seien gemeinsam nach Afghanistan gegangen und müssten es auch gemeinsam verlassen, sagte der Minister. Derzeit sind noch 90.000 US-Soldaten am Hindukusch stationiert, bis zum Ende des Sommers sollen es noch 68.000 sein.
Dem Jahr 2013 maß Panetta eine "entscheidende" Bedeutung bei, da dann in den letzten Regionen die Sicherheitsverantwortung an die Afghanen übergeben werde. Dieses Jahr müssten die Fortschritte der internationalen Truppen im Kampf gegen die radikalislamischen Taliban sowie wachsende Leistungskraft der afghanischen Sicherheitskräfte gestärkt werden, sagte er.
In Deutschland forderte die SPD die Bundesregierung auf, dem Beispiel der USA zu folgen und einen Plan für den beschleunigten Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan vorzulegen. Es dürfe nicht sein, "dass Deutschland 2014 noch als einziges Land in Afghanistan eigene Soldaten mit Kampfauftrag im Einsatz hat", kritisierte SPD-Fraktionsvize Gernot Erler in Berlin. Angesichts der US-Ankündigung, den Kampfeinsatz in Afghanistan schon bis Ende 2013 zu beenden, müsse die Bundesregierung "ihre selbst auferlegte Zurückhaltung bei den eigenen Abzugsplänen aufgeben".
Die Verteidigungsminister der NATO-Länder beraten ab heute in Brüssel unter anderem über den Afghanistan-Abzug. Neben dem geplanten NATO-Raketenschild in Europa steht auch die Vorbereitung des NATO-Gipfels im Mai in Chicago auf der Tagesordnung. Deutschland wird durch Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) vertreten.