Vereinte Nationen rufen zum Verzehr von Insekten auf

13. Mai 2013, 19:03 Uhr

Die Vereinten Nationen haben zum Verzehr von mehr Insekten aufgerufen, da die Kerbtiere eine wertvolle und umweltfreundliche Nährstoffquelle seien.

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Die Vereinten Nationen haben zum Verzehr von mehr Insekten aufgerufen, da die Kerbtiere eine wertvolle und umweltfreundliche Nährstoffquelle seien. "Die Hauptbotschaft ist wirklich: Esst Insekten", sagte die Direktorin für Forstwirtschaft der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), Eva Müller, bei der Vorstellung einer neuen Studie. "Insekten sind zahlreich und eine wertvolle Quelle von Proteinen und Mineralien." Bereits zwei Milliarden Menschen äßen Insekten, weil diese "lecker und nahrhaft" seien.

Gabuns Forstminister Gabriel Tchango, der ebenfalls an der Pressekonferenz in Rom teilnahm, sagte, der Verzehr von Insekten sei Teil "unseres Alltagslebens". Einige Insekten wie Käferlarven und gegrillte Termiten würden als Delikatesse betrachtet. Der Studie zufolge könnte der Verzehr von Insekten die Nahrungssicherheit verbessern. Insekten würden sich schnell reproduzieren, schnell wachsen und wenig Ressourcen verbrauchen, hieß es in der gemeinsamen Studie der FAO und der niederländischen Universität Wageningen.

Die Autoren gaben aber zu, dass Insekten im Westen ein Imageproblem hätten. "Der Ekel der Konsumenten in vielen westlichen Ländern bleibt eine der größten Barrieren für die Annahme von Insekten als brauchbare Quelle von Proteinen", heißt es in der Studie. Sie schlug daher vor, dass die Nahrungsmittelindustrie durch die Aufnahme von Insekten in Rezepten und Restaurants zu ihrer Akzeptanz beitragen könne. In einigen europäischen Restaurants fänden sich bereits "Käfer, Grashüpfer und andere Insekten" auf den Menüs.

Die FAO rief zudem auf, Insekten vermehrt als Futter für Tiere zu benutzen. Insbesondere die Larven der Soldatenfliege, der Hausfliege und des Mehlkäfers könnten Futterstoffe wie Mais oder Soja ersetzen. Am meisten würden vom Menschen Käfer (31 Prozent), Raupen (18 Prozent), Bienen, Wespen und Ameisen (14 Prozent) sowie Grashüpfer und Grillen (13 Prozent) verzehrt. "Nicht jeder ist bereit, ein Insekt in den Mund zu schieben", gestand Müller. "Es wird wohl eine Weile dauern, doch einige Leute machen es bereits."

AFP