Verfassungsschutz: Wenig Erwartungen an NSU-Prozess

20. April 2013, 12:38 Uhr

Der Verfassungsschutz hat vor zu hohen Erwartungen an den bevorstehenden Prozess gegen die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe und den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gewarnt.

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Der Verfassungsschutz hat vor zu hohen Erwartungen an den bevorstehenden Prozess gegen die mutmaßliche Terroristin Beate Zschäpe und den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gewarnt. Selbst wenn es in einer ganzen Reihe von Fragen Antworten geben könne, sei nicht sicher, "dass wir am Ende restlos Klarheit über den NSU haben werden", sagte der neue Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, der "Frankfurter Rundschau".

In Strafverfahren könnten oft nicht alle Hintergründe einer Tat ermittelt werden. "Ich erinnere nur an die RAF-Morde der dritten Generation. Bis heute wissen wir nicht, wer diese Taten begangen hat", sagte Maaßen. Trotzdem halte er es für denkbar, dass sich die Hauptangeklagte Zschäpe in dem Prozess äußern werde - ungeachtet der Ankündigung ihrer Anwälte. Auch Zeugenaussagen könnten weitere Klarheit bringen.

Er selbst hoffe vor allem auf Klärung der Fragen, warum sich das Trio nicht zu seinen Taten bekannt habe und warum das Bekennervideo erst nach dem Tod von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos veröffentlicht worden sei. Trotz aller Bemühungen des Untersuchungsausschusses sei immer noch das Motiv unklar, "wieso diese Menschen sterben mussten".

AFP