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10. August 2010, 15:15 Uhr

Karstadt-Käufer Berggruen bekommt erneut Zeitaufschub

Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen hat erneut Zeitaufschub für die ins Stocken geratenen Verhandlungen mit dem Filialvermieter Highstreet bekommen.

Karstadt-Käufer Nicolas Berggruen hat erneut Zeitaufschub für die ins Stocken geratenen Verhandlungen mit dem Filialvermieter Highstreet bekommen. Das Amtsgericht Essen wolle nun am 3. September über den Sanierungsplan für die insolvente Warenhauskette entscheiden, wie die Justizbehörde am Dienstag mitteilte.

Die Entscheidung wurde bereits mehrfach vertagt. Für Dienstagnachmittag war ein neuer Gerichtstermin angesetzt, bei dem der Insolvenzplan bestätigt werden sollte. Bereits zuvor war jedoch schon klar, dass der US-deutsche Investor Berggruen nicht alle Bedingungen des Kaufvertrags erfüllen konnte und deswegen erneut Zeitaufschub brauchte.

Das Gericht gehe davon aus, dass die weiteren Verhandlungen zwischen Berggruen und Highstreet bis Anfang September "erfolgreich abgeschlossen werden können", teilte die Behörde mit. Bis auf eine seien nun alle Bedingungen des Insolvenzplans erfüllt. Dies habe Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg dem Gericht mitgeteilt. Berggruen müsse sich mit dem Vermieterkonsortium lediglich noch abschließend auf die künftige Höhe der Mieten für den Großteil der 120 Karstadt-Filialen einigen.

Berggruen hatte deutliche Mietnachlässe gefordert. Highstreet ist zu Zugeständnissen bereit. In den Verhandlungen konnte jedoch bis zuletzt wegen Detailfragen keine Einigung erzielt werden.

Insolvenzverwalter Görg teilte mit, er habe mit Investor Berggruen "notariell vereinbart", dass die Mietfrage bis spätestens zum 2. September geklärt sein soll. Der Ausschuss der Karstadt-Gläubiger habe der erneuten Verlängerung der Verkaufsfrist ohne Gegenstimme zugestimmt. Bei den Verhandlungen zwischen Berggruen und Highstreet seien zuletzt "wesentliche Fortschritte erzielt" worden. "Alle Beteiligten signalisieren, dass sie sich endlich zu einer abschließenden Lösung durchringen können", erklärte Görg. Jedoch müsse Highstreet noch die Zustimmung seiner Finanzierer einholen, um die Mietsenkungen absegnen zu können. Hierzu müsse noch eine Versammlung der Finanzierer stattfinden.

Highstreet gehören 86 der 120 Karstadt-Filialen. Das Vermieter-Konsortium wird unter anderem von der US-Bank Goldman Sachs und der Deutschen Bank getragen. Finanziert wird das Konglomerat von einer Reihe von Investoren. Berggruen hatte zuletzt Schwierigkeiten bei Verhandlungen mit der Essener Valovis Bank, die Highstreet einen Kredit von 850 Millionen Euro gewährte. Berggruen wollte die Mietsenkungen in das Grundbuch eintragen lassen. Dadurch sah die Bank aber den Wert der Immobilien gefährdet, die als Pfand für den Kredit dienen. Hinter der Valovis Bank steht der Pensionsfonds der Karstadt-Mitarbeiter.

Karstadt ist seit über einem Jahr insolvent. Das Unternehmen war zusammen mit dem Mutterkonzern Arcandor und dem Schwesterunternehmen Quelle in die Pleite gerutscht.

AFP
 
 
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