Kurz vor der Eröffnung der IT-Messe Cebit hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan für die Türkei als Hightech-Standort geworben.
Kurz vor der Eröffnung der IT-Messe Cebit hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan für die Türkei als Hightech-Standort geworben. "Das Wirtschaftswachstum der Türkei liegt auch bei der Spitzentechnologie über dem europäischen Durchschnitt", sagte Erdogan der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Er erinnerte daran, dass die türkische Wirtschaftskraft weltweit auf Platz 16 und in Europa auf Platz sechs rangiere. Im Sinne eines rascheren Fortschritts unterstütze der türkische Staat "sehr intensiv Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten" und gewähre "in- und ausländischen Firmen, die in Spitzentechnologie investieren, Förderung und Steuervergünstigungen".
Keine Sorgen müssten sich Investoren über die politische Ausrichtung des Landes machen. "Die Türkei verfolgt eine mehrdimensionale, proaktive und visionäre Außenpolitik", sagte Erdogan. "Diese Politik ist aber keinesfalls eine Alternative zu den Beziehungen mit den Verbündeten im Westen. Im Gegenteil: Das dynamische Auftreten der Türkei leistet einen wichtigen Beitrag zur Etablierung der Werte, die wir mit den westlichen Verbündeten teilen."
Hinsichtlich der Unruhen in der arabischen Welt sagte Erdogan, die Türkei sei "das beste Beispiel dafür, dass Demokratie und Moderne mit dem Islam vereinbar" seien. Der Respekt vor den Besonderheiten dieser Länder verbiete es zwar, die Türkei "als Modell darzustellen", sein Land sei aber bereit, seine Erfahrungen mit diesen Ländern zu teilen, "wenn sie dies wünschen".
Der türkische Regierungschef eröffnet am Montag gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Hannover die Computermesse CeBIT, bei der die Türkei in diesem Jahr das Partnerland ist.
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte die deutschen IT-Unternehmen zur mehr Kreativität auf. "Leider kommen die großen Internet-Innovationen, die unseren Alltag verändern, meist aus den USA", sagte Aigner am Sonntag der "Süddeutschen Zeitung". "Deutsche IT-Unternehmen werden nur dann in der Weltspitze mitspielen, wenn sie die Forschung vorantreiben und mehr Innovationen entwickeln." Der Schutz persönlicher Daten sei dabei von zentraler Bedeutung. Einige deutsche IT-Unternehmen seien auf diesem Markt bereits sehr erfolgreich, aber es müssten noch mehr werden. Made in Germany solle künftig "zum Markenzeichen für Datensicherheit im Netz" werden, forderte Aigner.