Bei den vorgezogenen Neuwahlen in Kanada haben die die Konservativen einen eindeutigen Sieg erzielen können. Nach Auszählung fast aller Stimmen haben sie die absolute Merhheit erhalten.
Bei der Parlamentswahl in Kanada haben die Konservativen von Premierminister Stephen Harper nach Hochrechnungen klar gesiegt. Es ist eine historische Wahl, die das Regierungs- und Parteiensystem kräftig durcheinander schüttelt. Nach sieben Jahren mit Minderheitskabinett gibt es im zweitgrößten Land der Erde künftig wieder eine Regierung mit eigener Mehrheit. Im dritten Anlauf schaffte Premier Stephen Harper endlich die 50-Prozent-Marke.
Nach der Auszählung von 99 Prozent der Stimmen am Dienstagmorgen (Ortszeit) kommen die Konservativen auf 167 Sitze, 12 mehr, als sie für die absolute Mehrheit brauchen. Die linksradikale Neue Demokratische Partei (NDP) kann 102 Parlamentarier nach Ottawa entsenden. Mit solch einem Durchmarsch hatte kaum ein Beobachter gerechnet. Für die Liberalen, Kanadas älteste Partei, war die Wahl am Montag ein Desaster. Sie verloren mehr als die Hälfte ihrer Sitze und sind gerade noch mit 34 Abgeordneten vertreten. Seit der Staatsgründung 1867 haben immer Liberale oder Konservative Kanada regiert, die jeweils andere Partei war stets zweiter.
Der bisherige Liberalen-Chef Michael Ignatieff wollte nach dem historischen Debakel in der Nacht noch nicht sagen, ob er sich aus der Politik verabschiedet. "Ich werde der Partei solange dienen, wie sie es wünscht, und keinen Tag länger." Er sehe nach wie vor "die Notwendigkeit für eine Partei in der Mitte des kanadischen Lebens", sagte der Historiker und Schriftsteller. Die Liberalen haben in Kanada eher die Position von Sozialdemokraten, wenn auch mit klarem liberalen Einfluss.
Seit 2006 verfügen die Harpers Konservative über keine eigene Mehrheit und sind auf die Unterstützung der Opposition angewiesen. Diese hatte die Regierung am 25. März im Streit um einen strikten Sparhaushalt mit einem Misstrauensvotum gestürzt.