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1. Oktober 2011, 13:43 Uhr

Anteilseigner erteilen Springer Absage

Es war kein Angebot, das man nicht ausschlagen kann. Auf die 1,4 Milliarden von Springer reagierte eine WAZ-Anteilseignerin mit einer entschiedenen Absage.

Der Springer-Konzern stößt mit seinem Übernahmeangebot für die Essener WAZ-Gruppe auf Widerstand. Wie das WAZ-Online-Portal "Der Westen" am Samstag berichtete, erteilte eine der drei Anteilseignerinnen der zu 50 Prozent an der WAZ beteiligten Funke-Gruppe, Petra Grotkamp, der Offerte eine Absage. Demnach wies Grotkamp das "unaufgeforderte Angebot der Axel Springer AG nachdrücklich zurück" und verwies in diesem Zusammenhang auf vertraglich vereinbarte Vorkaufsrechte der WAZ-Gesellschafter untereinander. Zugleich bekräftigte Grotkamp ihre Absicht, den 50-Prozent-Anteil der Familie Brost an der WAZ kaufen zu wollen, für den sich auch Springer interessiert.

Die WAZ bestätigte zugleich in "Der Westen" den Eingang eines fünfseitigen Schreibens von Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner an die WAZ, wonach sein Konzern bereit sei, für die Essener Konkurrenz 1,4 Milliarden Euro zu bieten. Für die WAZ-Beteiligungen in Österreich und Thüringen sowie die "Braunschweiger Zeitung" und weitere Beteiligungen - aber ohne die großen Ruhrgebietsblätter der WAZ - würde Springer demnach 800 Millionen Euro zahlen wollen. Diese Teile der WAZ-Gruppe könnten für Springer Medienberichten zufolge besonders interessant sein.

Das Springer-Angebot wurde mitten in ohnehin anstehende Änderungen der WAZ-Eigentümerstruktur platziert. Bislang gehört der Essener Konzern jeweils zur Hälfte den Erben der beiden Unternehmensgründer Erich Brost und Jakob Funke. Die Enkel Brosts wollen ihren 50-Prozent-Anteil aber verkaufen, wofür Grotkamp nach einem Bericht des "Manager-Magazins" 470 Millionen Euro geboten hat. Die Funke-Erbin stuft den Wert der WAZ-Gruppe insgesamt laut "Der Westen" auf gut 900 Millionen ein, also 500 Millionen Euro niedriger als die Springer-Offerte.

Grotkamp verfügt bisher über ein Drittel der Anteile der Funke-Gruppe, also ein Sechstel des Konzerns insgesamt. Die übrigen Funke-Anteile gehören Schwestern Grotkamps. Eine Übernahme besonders von deutschen Regionalzeitungen der WAZ durch Springer könnte auch auf kartellrechtliche Probleme stoßen.

AFP
 
 
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