Drei Wochen nach dem Rückzug von Yahoo-Mitgründer Jerry Yang aus der Unternehmensführung geht das Stühlerücken bei dem kriselnden Internetkonzern weiter.
Drei Wochen nach dem Rückzug von Yahoo-Mitgründer Jerry Yang aus der Unternehmensführung geht das Stühlerücken bei dem kriselnden Internetkonzern weiter. Der Aufsichtsratsvorsitzende Roy Bostock erklärte in einem Offenen Brief an die Aktionäre, dass er gemeinsam mit drei weiteren Aufsichtsratsmitgliedern aus dem Gremium ausscheiden werde. Der kürzlich berufene Yahoo-Chef Scott Thompson und neue Aufsichtsratsmitglieder sollten den Umbau den Konzerns vorantreiben.
Bostock schrieb, dass die strategische Überprüfung des Unternehmens "bedeutende Fortschritte" mache. Dabei seien eine Reihe von Gesprächen mit möglichen Partnern und Investoren geführt worden. Einzelheiten nannte er nicht.
Yahoo-Mitgründer Yang war Mitte Januar überraschend mit sofortiger Wirkung aus dem Aufsichtsrat und von allen anderen Posten zurückgetreten. Der Internetpionier, der das Unternehmen 1995 gemeinsam mit seinem Freund David Filo gegründet hatte, stand bereits seit längerem in der Kritik. 2008 lehnte er ein Übernahmeangebot des US-Software-Konzerns Microsoft ab, was viele monierten. Heute ist Yahoos Marktwert Analysten zufolge nur noch halb so hoch. Außerdem verschlief das Unternehmen die Entwicklung der sozialen Netzwerke im Internet.
Yahoo bietet unter anderem ein kostenloses E-Mail-Programm, eine Suchmaschine und Nachrichteninhalte auf seiner Website an und verzeichnete zuletzt rund 700 Millionen Nutzer. Umsätze und Gewinne waren aber rückläufig.