14. April 2012, 14:18 Uhr

Weiterer Hof in Niedersachsen wegen Gifteiern gesperrt

Nach dem Fund von Gifteiern ist ein weiterer deutscher Legehennen-Betrieb gesperrt worden.

Nach dem Fund von Gifteiern ist ein weiterer deutscher Legehennen-Betrieb gesperrt worden. Bei dem mittlerweile dritten Hof in Niedersachsen sein ebenfalls ein zu hoher Gehalt des dioxinähnlichen PCB nachgewiesen worden, teilte das niedersächsische Verbraucherschutzministerium mit. Die Stadt Kiel leitete derweil ein Verfahren gegen ein Labor ein, dass Erkenntnisse nicht rechtzeitig gemeldet haben soll.

Der nun betroffene Betrieb im Landkreis Aurich stand den Angaben zufolge schon länger unter Beobachtung der Behörden. Er war demnach schon vor Ostern vorsorglich geschlossen worden. Am Freitag habe eine Probe dann ergeben, dass die Höchstgrenze für die Chemikalie PCB überschritten worden sei. Allerdings seien bis zu der Sperrung rund 100.000 Eier "in den Verkehr gelangt". Sie seien an einen Großhändler nach Nordrhein-Westfalen geliefert worden, hieß es. Dieser sei über den Fund aber genauso wie die Behörden des Landes informiert worden.

Zuvor waren im Landkreis Aurich bereits zwei Legehennenbetriebe mit insgesamt etwa 3600 Tieren gesperrt worden. In den Eiern wurde laut Ministerium "maximal das Vierfache" der zugelassenen Höchstmenge an Dioxin und PCB gemessen. Alle ausgelieferten Eier seien jedoch sofort zurückgerufen worden. Bei dem nun neu betroffenen Hof handelt sich erneut um einen Biobetrieb - wie schon bei einem von zwei Höfen in Nordrhein-Westfalen, auf denen Anfang April die ersten Fälle verseuchter Eiern bekannt geworden waren.

Der betroffene Biohof in NRW hatte seine Eier von einem Labor in Kiel prüfen lassen. Dieses stehe nun im Verdacht, die erhöhten Giftwerte den Behörden nicht rechtzeitig gemeldet zu haben, sagte ein Sprecher der Stadt Kiel dem "Westfalenblatt". Die Veterinärabteilung der Stadt habe deshalb ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet. Dem Laborinhaber droht deshalb nun ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro. Die Behörden in NRW prüfen Verfahren gegen den Betreiber des Hofes und und die Vertriebsfirma. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen Bodenverunreinigung gegen unbekannt.

Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind organische Giftstoffe ähnlich dem Dioxin, das jahrzehntelang als Zusatzstoff in Kunststoffen und Farben sowie als Kühl- und Hydraulikflüssigkeit in der Industrie verwendet wurde. Nachdem seine Gefährlichkeit entdeckt worden war, wurde die Verwendung von PCB in den meisten Industrieländern ab Ende der 1970er Jahre nach und nach verboten. Der Stoff ist allerdings sehr langlebig und kann sich in Natur und Nahrungsketten anreichern.

AFP
 
 
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