Westantarktis erwärmt sich schneller als erwartet

23. Dezember 2012, 19:13 Uhr

Die Temperaturen in der westlichen Antarktis steigen laut einer Studie ungewöhnlich schnell, was den Anstieg des Meeresspiegels beschleunigen könnte.

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Die Temperaturen in der westlichen Antarktis steigen laut einer Studie ungewöhnlich schnell, was den Anstieg des Meeresspiegels beschleunigen könnte. Der westantarktische Eisschild erwärme sich doppelt so rasch wie bisher gedacht, berichten Forscher im Wissenschaftsblatt "Nature Geoscience".

Eine Überprüfung der Temperaturdaten zwischen 1958 und 2010 ergab, dass die Temperatur in diesem Zeitraum um 2,4 Grad gestiegen ist - drei Mal so stark wie im weltweiten Durchschnitt. Damit sei die Westantarktis das sich am schnellsten erwärmende Gebiet der Welt.

Das Eis im Westen der Antarktis liegt teilweise über Land, erstreckt sich aber auch weit ins Meer hinein und schmilzt deshalb schneller. Schon bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass der Schmelzprozess in der Westantarktis zu rund zehn Prozent des durch den Klimawandel erzeugten Anstiegs des Meeresspiegels beiträgt.

Die neuen Erkenntnisse könnten aber bedeuten, "dass die Region einen größeren Beitrag zum ansteigenden Meeresspiegel leisten könnte als sie es bisher tut", sagte der Ko-Autor der Studie, David Bromwich vom Byrd Polar Research Center. "Wenn der Erwärmungstrend anhält, wird die Schmelze in der Region in der Zukunft umfangreicher sein."

Die Byrd-Station war 1957 in der Westantarktis errichtet worden; ihre Temperatur-Aufzeichnungen waren aber unvollständig, weil der Forschungsstützpunkt nicht durchgehend besetzt war und während der langen Polarnächte unter Stromausfällen litt, weil dann die Solaranlage nicht funktionierte. Bromwich und sein Team benutzten deshalb Wetterdaten mehrerer US-Forschungseinrichtungen, um die Lücken zu schließen.

Der Weltklimarat hatte 2007 einen Anstieg der Meeresspiegel zwischen 18 und 59 Zentimeter bis zum Ende des Jahrhunderts vorhergesagt. Mehrere Studien der vergangenen Monate haben aber bereits vorhergesagt, dass der Anstieg wesentlich höher sein dürfte.

AFP