Wirbelsturm "Sandy" hinterlässt Spur der Verwüstung

30. Oktober 2012, 22:18 Uhr

Der Wirbelsturm "Sandy" hat an der dicht besiedelten US-Ostküste desaströse Schäden angerichtet.

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Der Wirbelsturm "Sandy" hat an der dicht besiedelten US-Ostküste desaströse Schäden angerichtet. In mehr als acht Millionen Haushalten in insgesamt 18 Bundesstaaten fiel der Strom aus, wie das US-Energieministerium mitteilte. Durch den Sturm, der am Montagabend Ortszeit in New Jersey auf die Küste getroffen war, kamen allein in New York mindestens zehn Menschen ums Leben, insgesamt waren es in den USA mindestens 34.

US-Präsident Barack Obama warnte vor weiteren Schäden durch "Sandy". Der Sturm sei "noch nicht vorüber", sagte Obama bei einem Besuch der Zentrale des Roten Kreuzes in Washington. Die von dem Unwetter angerichteten Verwüstungen seien "herzzerreißend für das ganze Land". Obama rief für die Staaten New Jersey und New York den Notstand aus, wodurch Betroffene Hilfsgelder aus dem Bundesetat anfordern können.

Am Mittwoch will der US-Präsident nach Angaben seines Sprechers Jay Carney nach New Jersey fliegen, dem von dem Unwetter am stärksten betroffenen Bundesstaat. Nachdem die beiden Präsidentschaftskandidaten ihre Wahlkampftour wegen des Sturms unterbrochen hatten, will zumindest der republikanische Herausforderer Mitt Romney am Mittwoch wieder im Schlüsselstaat Florida um Stimmen werben.

Nach Angaben der US-Behörden starben in insgesamt acht Bundesstaaten mindestens 34 Menschen durch die Auswirkungen des Sturms, zudem wurde eine Frau in Kanada getötet. Viele wurden demnach von umstürzenden Bäumen erfasst. Zusammen mit den 67 Todesopfern in der Karibik starben durch "Sandy" über hundert Menschen.

Das auf Risikoanalysen spezialisierte Unternehmen Eqecat schätzte die Summe der angerichteten Schäden auf 30 bis 50 Milliarden Dollar (bis zu 38,6 Milliarden Euro). "Sandy" sei einer der "zehn bis 15 zerstörerischsten Stürme" in der US-Geschichte, sagte der Präsident von Eqecat, Bill Keogh, im US-Fernsehen.

Dem Energieministerium zufolge wurden Stromausfälle bei mehr als 8.114.000 Kunden verzeichnet. Allein in New Jersey hatten wegen "Sandy" 2,5 Millionen Haushalte keinen Strom. Im Staat New York saßen zwei Millionen Stromkunden im Dunkeln, in Pennsylvania waren es 1,3 Millionen.

In New York explodierte ein Umspannwerk im Osten von Manhattan. Es könnte bis zu einer Woche dauern, bis die Stromversorgung wieder vollständig hergestellt ist. Insgesamt wurden laut Bürgermeister Michael Bloomberg rund 80 Häuser zerstört, 750.000 Haushalte waren ohne Strom.

Überall in New York standen Straßen unter Wasser. Tunnel liefen voll, darunter mehrere U-Bahn-Tunnel. Die US-Börsen New York Stock Exchange (NYSE) und Nasdaq wollen nach Angaben von NYSE-Chef Duncan Niederauer ihren Betrieb am Mittwoch nach einer zweitägigen Unterbrechung wieder aufnehmen.

Die Überschwemmungen führten im Norden von New Jersey zu einem Dammbruch am Fluss Hackensack, wie die Polizei mitteilte. Rettungskräfte brachten Anwohner in Sicherheit. Insgesamt drei Atomreaktoren mussten im Nordosten des Landes wegen des Sturms abgeschaltet werden, zwei weitere drosselten ihre Produktion. Nach Angaben der US-Atomaufsichtsbehörde NRC schien die Lage aber überall "unter Kontrolle" zu sein.

"Sandy" zog in abgeschwächter Form weiter ins Landesinnere. Das nationale Hurrikanzentrum warnte weiter vor schweren Stürmen, Überschwemmungen und kündigte starken Schneefall für West Virginia an.

AFP