Wegen der Wirtschaftskrise sind die weltweiten Militärausgaben erstmals seit mehr als zehn Jahren nahezu stabil geblieben.
Wegen der Wirtschaftskrise sind die weltweiten Militärausgaben erstmals seit mehr als zehn Jahren nahezu stabil geblieben. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 1738 Milliarden Dollar (rund 1320 Milliarden Euro) für Streitkräfte ausgegeben, erklärte das SIPRI-Institut in Stockholm. Dies sei lediglich ein geringer Anstieg von 0,3 Prozent gegenüber 2010 und "markiert das Ende des seit 1998 beobachteten ständigen deutlichen Anstiegs der Militärkosten". In den vergangenen Jahren habe der Anstieg im Schnitt jährlich bei 4,5 Prozent gelegen.
Allerdings steckten vor allem Russland und China auch 2011 erneut deutlich mehr Geld in ihre Streitkräfte, der Westen dagegen ging auf Sparkurs. So sanken die Militärausgaben der USA um 1,2 Prozent auf 711 Milliarden Dollar, was aber noch immer klar den Spitzenplatz bedeutet. China als Land mit den zweithöchsten Ausgaben in diesem Bereich gab 2011 geschätzt rund 143 Milliarden Dollar aus, das ist ein Plus von 6,7 Prozent. Noch deutlicher fiel die Steigerung mit 9,3 Prozent bei Russland aus, das mit geschätzten Militärausgaben von 71,9 Milliarden Dollar an Großbritannien und Frankreich vorbeizog und nun auf dem dritten Platz liegt.
Bei den Europäern sparten fast alle Länder - neben Großbritannien und Frankreich auf den Plätzen vier und fünf auch Deutschland, das SIPRI zufolge auf Platz neun liegt. Die Bundesregierung habe geschätzt 46,7 Milliarden Dollar ausgegeben, erklärten die Experten. Dies seien 3,5 Prozent weniger als noch 2010.