Bei dem Doppelanschlag auf eine schiitische Moschee im Südosten des Iran sind am Donnerstagabend neuesten Angaben zufolge 27 Menschen getötet und mindestens 270 weitere verletzt worden. Der Zustand von elf der Verletzten sei kritisch, sagte Gesundheitsministerin Marsieh Wahid Dastdscherdi am Freitag der Nachrichtenagentur Mehr. Ein Abgeordneter der Stadt Sahedan, in der sich der Anschlag ereignete, Hossein Ali Schahriari, sprach der Nachrichtenagentur Ilna zufolge von 26 Toten und mehr als 300 Verletzten. Die Opferzahl könne noch steigen.
In der schiitischen Jamia-Moschee in Sahedan waren zwei Sprengsätze explodiert, möglicherweise handelte es sich um einen Selbstmordanschlag. In der Moschee hatten sich zahlreiche Gläubige versammelt, um den Geburtstag des Iman Hussein, des Enkels des Propheten Mohammed, zu feiern. Aus diesem Anlass werden alljährlich auch die iranischen Revolutionsgarden gefeiert.
Die Provinz Sistan-Baluchistan, in der viele Sunniten leben, ist eine Hochburg des sunnitischen Widerstands gegen die schiitische Vorherrschaft im Iran. Seit zehn Jahren verübt dort die sunnitische Rebellengruppe Dschundallah blutige Angriffe. Bei dem bislang letzten Anschlag, zu dem sich die Dschundallah bekannt hatte, waren im Oktober in Pischin 42 Menschen ums Leben gekommen, darunter mehrere Revolutionsgarden.