Zu früh gefreut: Passagiere dürfen auch künftig keine Flüssigkeiten an Bord von Flugzeugen mitnehmen. Die ab Freitag geplante Lockerung des Verbots wurde verschoben - die Staaten sind noch nicht soweit.
Die Europäische Union hält vorerst doch an dem Verbot der Mitnahme von Flüssigkeiten im Flug-Handgepäck fest. EU-Verkehrskommissar Siim Kallas empfahl den Mitgliedsländern am Freitag, die geplante Lockerung "für eine befristete Zeit" aufzuschieben. Grund sei die zunehmende Zahl von Ländern, die an dem Verbot festhalten wolle. Er wolle verhindern, dass unter den Fluggästen zu viel Verwirrung gestiftet werde, sagte der EU-Kommissar.
Am Freitag sollte eigentlich eine von der EU-Kommission als Erleichterung geplante Neuerung zur Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck in Kraft treten. Sie sollte allerdings nur für Passagiere gelten, die aus einem Nicht-EU-Staat einreisen und an einem EU-Flughafen zum Weiterflug umsteigen. Solche Passagiere hätten größere Mengen von Flüssigkeiten als bisher mitnehmen können. Diese hätten allerdings in Duty-Free-Shops gekauft und in speziellen Beuteln an Bord gebracht werden müssen.
Mehrere Länder, darunter Frankreich und Italien, hatten die Lockerung des Verbots abgelehnt. Deutschland wollte die Änderungen eigentlich umsetzen. Die Flugbranche hatte die Neuregelung als verwirrend und zeitraubend für die Passagiere kritisiert.
Bis auf weiteres dürfen in der EU nun weiterhin nur Flüssigkeiten bis zu 100 Millilitern mitgeführt werden, die in transparenten Beuteln verpackt sind. Diese Regel war 2006 aus Angst vor Attentaten mit als Flüssigkeit getarntem Sprengstoff eingeführt worden, sie wurde inzwischen bis April 2013 verlängert.