Der Machtkampf in der nordrhein-westfälischen CDU spitzt sich zu. Nach übereinstimmenden Zeitungsberichten wird Bundesumweltminister Norbert Röttgen um den Parteivorsitz gegen den NRW-Landespolitiker Armin Laschet antreten.
Bundesumweltminister Norbert Röttgen wird nach Zeitungsberichten für den CDU-Vorsitz in Nordrhein-Westfalen kandidieren. Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Montagabend aus Parteikreisen erfuhr, informierte Röttgen telefonisch sowohl den bisherigen Landesvorsitzenden Jürgen Rüttgers als auch seinen Kontrahenten im Rennen um den Parteivorsitz, Armin Laschet, über diese Entscheidung. Dem Bericht zufolge plant die Partei nun, mehrere Regionalkonferenzen abzuhalten, bei denen sowohl Röttgen als auch Laschet auftreten sollen. Nach diesen Konferenzen könnten die 160.000 CDU-Mitglieder in NRW entscheiden, wer ihre Partei künftig führen solle.
Röttgen, der in den vergangenen Wochen zur Frage einer eigenen Kandidatur geschwiegen hatte, trete mit seiner Kandidatur einer breiten Front von nordrhein-westfälischen Landespolitikern entgegen, schrieb die "SZ". Bisher sprachen sich bereits der CDU-Fraktionschef im Düsseldorfer Landtag, Karl-Josef Laumann, wie auch der Generalsekretär der Partei, Andreas Krautscheid, für Röttgens Gegner Laschet aus.
Laschet war bis zur Wahl im Mai 2010 nordrhein-westfälischer Integrationsminister. Nach dem Machtverlust der CDU hatte er sich um den Fraktionsvorsitz im Landtag bemüht, war aber gegen Laumann knapp unterlegen. Der 45-jährige Röttgen ist seit September 2009 Bundesumweltminister.