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Baby kommt im Flieger zur Welt – doch das ist nicht der ungewöhnlichste Geburtsort

Manchmal finden Entbindungen anders als geplant statt. Das Baby kommt zu früh, zu spät – und dadurch vielleicht an einem absurden Ort zur Welt. Die sechs verrücktesten Geburten.

Baby Kadiju kam am 7. April 2017 an Bord eines Flugzeug der Turkish Airlines zur Welt. Mama Diaby Nafi wurde von den Stewardessen unterstützt.

Baby Kadiju kam am 7. April 2017 an Bord eines Flugzeug der Turkish Airlines zur Welt. Mama Diaby Nafi wurde von den Stewardessen unterstützt.

Dulce kam als Erste-Klasse-Paket

Es war der 11. Mai 2009, als Dulce auf die Welt kam. Doch suchte sich das kleine Mädchen dafür weder eine Hausgeburt noch das Krankenhaus als Geburtsort aus, sondern die Post des britischen Örtchens Wisbech in Cambridgeshire. Sie war so etwas wie eine Eilsendung. Es war ein Montagmorgen, den Dulces Mama, die Portugiesin Sonia Maria Nascimento, eigentlich dazu nutzen wollte, das Guthaben ihres Mobiltelefons aufzuladen. Doch um 9.30 Uhr kündigte sich spontan ihr Baby an.

Die Entbindung hatte sie bereits gemeistert, als der Rettungswagen eintraf. Und nicht nur das: Die Postbeamten hatten standesbewusst gleich das Geburtsgewicht ermittelt. "Wir haben sie auf die Waage gelegt und sie wog 2,34 Kilogramm. Das entspricht den Versandkosten von 8,22 Britischen Pfund für ein Erste-Klasse-Paket", informierte der damals 58-jährige Postmeister Paul Childs den Rest der Welt. Wer da nicht gleich an Jim Knopf denkt ...

Ganz schön akrobatisch: die Baumgeburt

Hochschwanger musste sich Sofia Pedro im Jahr 2000 in Mosambik vor Hochwasser auf einen Baum retten. Es war Sonntag, der 27. Februar, als die Flut sie zwang, ihr Haus zu verlassen. Pedro, damals Mitte 20, saß sage und schreibe drei Tage lang in dem Baum fest, bis sie und ein Dutzend weiterer Menschen vom südafrikanischen Militär durch einen Hubschraubereinsatz gerettet werden konnten. Doch Pedro konnte nicht einfach an Bord gehoben werden, die anderen Geflüchteten sagten den Soldaten, dass sie kurz davor sei zu entbinden. Zwei Minuten später, so berichtete der Pilot Chris Berlyn, sei die kleine Rositha auf die Welt gekommen. Also drehte der Pilot ab und kehrte in Begleitung eines Arztes zurück. Der durchtrennte die Nabelschnur und sorgte dafür, dass Mutter und Kind wohlbehalten in den Hubschrauber verladen wurden. In Mosambiks Hauptstadt Maputo wurden die beiden von der Polizei ins Krankenhaus gebracht. Erschöpft, aber glücklich.

Vor Gericht

Eine 25-jährige Zeugin kam am 15. Juli 2014 für ihre Aussage hochschwanger zum Gericht in Birmingham. Sie wartete im Zeugenraum, als plötzlich ihre Wehen einsetzten – und unter Mithilfe einer Gerichtsangestellten ihre Tochter auf die Welt kam. Die Mutter hatte sich geweigert, sich von den Ärzten der herbeigerufenen Ambulanz helfen zu lassen, weil es sich ausschließlich um Männer handelte. Als 23 Minuten später ein Rettungswagen mit weiblicher Assistenz erschien, war das Mädchen schon geboren. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte ein anwesender Zeuge. "Wir fanden, das sollte nach der Richterin benannt werden, die Judy heißt. Oder Elizabeth heißen, weil sie im Gericht ihrer Majestät das Licht der Welt erblickte."

In einer New Yorker Galerie

Performance-Künstlerin Marni Kotak hat nichts dem Zufall überlassen. Die 36-Jährige installierte für ihre einen eigenen Bereich innerhalb ihrer Ausstellung in New York. Am 25. Oktober 2011 war es dann so weit: In der Microscope-Galerie brachte sie unter Aufsicht einer Hebamme ihr Kind auf die Welt – das Projekt bekam den Titel "The Birth of Baby X". Kotak, die in Brooklyn lebt, erklärte, all ihre Performances hätten authentische Alltagserfahrungen im Fokus. Baby X war ein Junge und erhielt den Namen Ajax. Bereits als Anderthalbjähriger macht auch er Kunst: als er beim ersten Schaukeln eine GoPro trug und rhythmisch quiekte.


Im Ausgang von Primark

Keine zwei Wochen vor der Geburt im Gericht ereignete sich in Birmingham bereits eine andere spektakuläre Entbindung: Im Ausgang der örtlichen Primark-Filiale merkte eine junge Frau plötzlich, dass es so weit war. "Das Baby kommt", habe sie gerufen, berichtete eine benachbarte Ladenbesitzerin. Das Mädchen war mit ihrer Freundin einkaufen gewesen, da hatte es bereits immer mal im Bauch gezwickt. Doch Wehen hatte sie sich anders vorgestellt. "Und plötzlich kam das Baby heraus", berichtete ihre Freundin Charlene der BBC. "Es war unglaublich wie hilfsbereit die Menschen waren. Die ganze Nachbarschaft kam zusammen. Manche gaben der Mutter Geld und sagten, sie solle dem Baby etwas kaufen – das war wirklich nett." Die Primark-Mitarbeiter hatten mit einigen Laken dafür gesorgt, dass es ein wenig Privatsphäre bei der Entbindung gab. "Sie hat ein wunderschönes Mädchen bekommen", so einer der Angestellten, "die Menschen applaudierten und jubelten ihr zu."

Disneyland im kalifornischen Anaheim, 40 Kilometer vor Los Angeles

Disneyland im kalifornischen Anaheim, 40 Kilometer vor Los Angeles


Das erste Disneyland-Baby

Kinder, die auf Schiffen oder in Flugzeugen zur Welt kommen, erhalten damit verbunden oft die Option auf eine zweite Staatsbürgerschaft. Entgegen anders lautender Gerüchte erhielt Teresa Salcedo, die am 4. Juli 1979 als erstes Baby in Disneyland zur Welt kam, jedoch kein lebenslanges Ticket für freien Eintritt. Die Tochter von Rosa und Elias Salcedo wurde auf einer Parkbank hinter dem Plaza Inn in dem kalifornischen Freizeitpark geboren. Eine Auszeichnung erhielt sie dafür später von Mickey Mouse, sie lautete: "Disneyland-Geburtsurkunde Nummer 1".


bal

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