HOME

Alleinerziehend und Vollzeitjob – Berlins Power-Mütter

Wie funktioniert es, Kindererziehung und einen Vollzeitjob unter einen Hut zu bekommen? Es muss! Neun Berlinerinnen zeigen uns ihr Leben.

Von Refinery29

Name: Katja & Atlas (2)  Wo: Berlin, Prenzlauer Berg    Was machst du beruflich? Ich bin Bloggerin und betreibe mehrere Seiten. Daher verstehe ich mich immer mehr als Medienunternehmerin, die versucht, ihre verschiedenen Blogs zu Geld zu machen.    Wie schaffst du es, Arbeit mit Familie zu kombinieren? Ich war viel zu Hause. Ich habe gearbeitet, als er geschlafen hat, gezielt mittags und abends, denn man kann nicht arbeiten, wenn Atlas wach ist. Hilfe von der Familie hatte ich nie, weil sie nicht in der Nähe wohnt. Sein Vater wohnt auch nicht in Berlin, sondern in New York, und hat kaum Kontakt zu uns. Deswegen hatte ich von Anfang an eine Babysitterin. Was die Betreuungskosten angeht, komme ich auf rund 500, 600 Euro im Monat, was aber gut investiertes Geld ist. In der Hinsicht habe ich sicherlich mehr Freiheiten als die meisten Mütter, die in Beziehungen sind. So kommt meine Babysitterin zwei bis drei Mal die Woche, meistens abends, damit ich ein Privatleben habe und auch daten kann.    Was findest du besonders schwer daran, als Mutter eines kleinen Kindes einem Beruf nachzugehen? Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie krass es sein muss, mit einem Kleinkind Vollzeit zu arbeiten. Von neun bis 17 Uhr, spät nach Hause zu kommen, um dann noch eine Stunde etwas vom Kind zu haben. Ich habe vor zehn Jahren mit dem Bloggen angefangen und trat, als Atlas kam, quasi ins nächste Level ein. Ich habe damals noch als Fotografin gearbeitet und festgestellt: Ich kann jetzt nicht mehr ganz so flexibel sein, kann nicht mal eben eine Woche für eine Kampagne nach Shanghai fliegen. Ich wollte aber, dass mein Beruf meine Interessen widerspiegelt. Also dachte ich mir, dass ich versuchen sollte, Travelettes.net richtig zu pushen, um damit auch Geld zu verdienen. Das hat auch geklappt. Wir sind inzwischen einer der etabliertesten Reiseblogs in Deutschland.    Was ist anders, seitdem du getrennt lebst? Es war von Anfang an klar, dass ich allein erziehend sein würde, obwohl es nicht meine Entscheidung war. Ich hätte es schon zusammen probiert, zwar nicht unbedingt als Paar, aber ich wäre nach New York gezogen, um in der Nähe des Vaters zu sein. Ich bin eh sehr flexibel, was mein Leben angeht. Und obwohl Atlas unerwartet bei einem One-Night-Stand in der ersten Woche einer zweimonatigen Reise entstanden ist, war er eigentlich ein richtiges Wunschkind. Ich finde das auch total schön, dass jemand wie ich, die so viel und gerne reist, von einer Reise ein Kind mitbringt. Das hat schon eine gewisse Poesie.    Findest du, dass alleinerziehende Mütter genug Unterstützung erhalten? Ich habe von dem Kindesvater nie Unterhalt gekriegt und Atlas hat seinen Vater auch jetzt erst, vor ein paar Monaten nach einem positiven Vaterschaftstest zum ersten Mal gesehen. Als ich damals erfahren habe, dass ich schwanger bin, bin ich vier Monate in so ein Loch gefallen, dass ich mich überhaupt nicht wiedererkannt habe. Ich dachte in der Zeit nur: "Wie konnte mir so etwas passieren? Ich habe doch immer Glück." Wobei nicht die Schwangerschaft das Problem war, sondern dass dieser blöde Typ so anti war. Ich fühlte mich wie eine schlechte Statistik. Es gibt in den Medien kein positives Bild von Alleinerziehenden. Alles ist immer negativ. Ich hatte wirklich großes Glück, dass mir damals zwei Mädels Mut gemacht haben. Die waren auch Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen, mit denen konnte ich mich gut identifizieren. Durch sie schien es mir plötzlich machbar, es auch alleine zu schaffen. Sie hatten einen positiven Blick, der mir Aufwind gegeben hat.    Welche Tipps hast du für junge, alleinerziehende Mütter, die gerne wieder beziehungsweise weiter arbeiten wollen? Sobald du weißt, dass du schwanger bist solltest du arbeiten, arbeiten, arbeiten und sparen wie blöd. Ich habe auf jeden Fall, sofort extrem gespart und versucht mir Geld zur Seite zu packen. Mir war zwar klar, dass ich den Höchstsatz Elterngeld kriegen würde, aber weil ich so hohe Fixkosten hatte, wusste ich auch, dass ich ohne Ersparnisse ganz schön aufgeschmissen wäre. Man sollte auch schleunigst überlegen, ob es nicht doch etwas gibt, was man machen könnte, das flexibler ist. Ganz viele haben Angst vor der Selbstständigkeit. Ich sage nicht, dass es für alle etwas ist, aber es ist etwas für viele, die denken, dass es nichts für sie sei. Ich finde, es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund, es nicht zu probieren.

Name: Katja & Atlas (2)
Wo: Berlin, Prenzlauer Berg

Was machst du beruflich? Ich bin Bloggerin und betreibe mehrere Seiten. Daher verstehe ich mich immer mehr als Medienunternehmerin, die versucht, ihre verschiedenen Blogs zu Geld zu machen.

Wie schaffst du es, Arbeit mit Familie zu kombinieren? Ich war viel zu Hause. Ich habe gearbeitet, als er geschlafen hat, gezielt mittags und abends, denn man kann nicht arbeiten, wenn Atlas wach ist. Hilfe von der Familie hatte ich nie, weil sie nicht in der Nähe wohnt. Sein Vater wohnt auch nicht in Berlin, sondern in New York, und hat kaum Kontakt zu uns. Deswegen hatte ich von Anfang an eine Babysitterin. Was die Betreuungskosten angeht, komme ich auf rund 500, 600 Euro im Monat, was aber gut investiertes Geld ist. In der Hinsicht habe ich sicherlich mehr Freiheiten als die meisten Mütter, die in Beziehungen sind. So kommt meine Babysitterin zwei bis drei Mal die Woche, meistens abends, damit ich ein Privatleben habe und auch daten kann.

Was findest du besonders schwer daran, als Mutter eines kleinen Kindes einem Beruf nachzugehen? Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie krass es sein muss, mit einem Kleinkind Vollzeit zu arbeiten. Von neun bis 17 Uhr, spät nach Hause zu kommen, um dann noch eine Stunde etwas vom Kind zu haben. Ich habe vor zehn Jahren mit dem Bloggen angefangen und trat, als Atlas kam, quasi ins nächste Level ein. Ich habe damals noch als Fotografin gearbeitet und festgestellt: Ich kann jetzt nicht mehr ganz so flexibel sein, kann nicht mal eben eine Woche für eine Kampagne nach Shanghai fliegen. Ich wollte aber, dass mein Beruf meine Interessen widerspiegelt. Also dachte ich mir, dass ich versuchen sollte, Travelettes.net richtig zu pushen, um damit auch Geld zu verdienen. Das hat auch geklappt. Wir sind inzwischen einer der etabliertesten Reiseblogs in Deutschland.

Was ist anders, seitdem du getrennt lebst? Es war von Anfang an klar, dass ich allein erziehend sein würde, obwohl es nicht meine Entscheidung war. Ich hätte es schon zusammen probiert, zwar nicht unbedingt als Paar, aber ich wäre nach New York gezogen, um in der Nähe des Vaters zu sein. Ich bin eh sehr flexibel, was mein Leben angeht. Und obwohl Atlas unerwartet bei einem One-Night-Stand in der ersten Woche einer zweimonatigen Reise entstanden ist, war er eigentlich ein richtiges Wunschkind. Ich finde das auch total schön, dass jemand wie ich, die so viel und gerne reist, von einer Reise ein Kind mitbringt. Das hat schon eine gewisse Poesie.

Findest du, dass alleinerziehende Mütter genug Unterstützung erhalten? Ich habe von dem Kindesvater nie Unterhalt gekriegt und Atlas hat seinen Vater auch jetzt erst, vor ein paar Monaten nach einem positiven Vaterschaftstest zum ersten Mal gesehen. Als ich damals erfahren habe, dass ich schwanger bin, bin ich vier Monate in so ein Loch gefallen, dass ich mich überhaupt nicht wiedererkannt habe. Ich dachte in der Zeit nur: "Wie konnte mir so etwas passieren? Ich habe doch immer Glück." Wobei nicht die Schwangerschaft das Problem war, sondern dass dieser blöde Typ so anti war. Ich fühlte mich wie eine schlechte Statistik. Es gibt in den Medien kein positives Bild von Alleinerziehenden. Alles ist immer negativ. Ich hatte wirklich großes Glück, dass mir damals zwei Mädels Mut gemacht haben. Die waren auch Unternehmerinnen und Freiberuflerinnen, mit denen konnte ich mich gut identifizieren. Durch sie schien es mir plötzlich machbar, es auch alleine zu schaffen. Sie hatten einen positiven Blick, der mir Aufwind gegeben hat.

Welche Tipps hast du für junge, alleinerziehende Mütter, die gerne wieder beziehungsweise weiter arbeiten wollen? Sobald du weißt, dass du schwanger bist solltest du arbeiten, arbeiten, arbeiten und sparen wie blöd. Ich habe auf jeden Fall, sofort extrem gespart und versucht mir Geld zur Seite zu packen. Mir war zwar klar, dass ich den Höchstsatz Elterngeld kriegen würde, aber weil ich so hohe Fixkosten hatte, wusste ich auch, dass ich ohne Ersparnisse ganz schön aufgeschmissen wäre. Man sollte auch schleunigst überlegen, ob es nicht doch etwas gibt, was man machen könnte, das flexibler ist. Ganz viele haben Angst vor der Selbstständigkeit. Ich sage nicht, dass es für alle etwas ist, aber es ist etwas für viele, die denken, dass es nichts für sie sei. Ich finde, es gibt eigentlich überhaupt keinen Grund, es nicht zu probieren.


Nido-Logo Das könnte Sie auch interessieren