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Sex in langen Beziehungen: Und dann entdeckten Benno und Jana die Waschmaschine

Mit Kindern bleibt der Sex auf der Strecke? Das muss nicht sein. Fünf Paare haben ihn wiederentdeckt. Was sie verbindet: Es geschah nicht im Bett - sondern im Auto, Hotel oder unter freiem Himmel. Teil eins der Serie.

Julia Meyer-Hermann

Eine Frau mit Strapse steht vor einer Waschmaschine

17 Minuten Schleudergang: Benno und Jana ziehen sich zum Sex ins Bad zurück.

Freiräume für sich hatten Benno, 41, und Jana, 33, schon lange nicht mehr. Kein Wunder: Er ist Geschäftsführer, sie Erzieherin, zudem hat das Ehepaar kleine Zwillinge, und auch seine beiden aus erster Ehe leben mit ihnen unter einem Dach. Doch dann entdeckten sie die Waschmaschine.

Benno*: Eigentlich mögen wir viel lieber das ausgedehnte Programm im Bett. Slow Sex mit Pausen, kuscheln, reden, weitermachen. Das ist aber nicht mehr drin, seit meine Kinder aus erster – mein Sohn ist elf, meine Tochter 13 – vor einem knappen Jahr zu uns gezogen sind. Die brauchten eigene Zimmer, also haben wir unsere Zwillinge, die jetzt zwei sind, mitsamt Spielzeug und Betten zu uns ins Schlafzimmer geholt.

Jana: Das sollte auch nur eine Übergangslösung sein, aber so einfach findet man in München keine bezahlbare Wohnung für eine sechsköpfige Familie. Benno hatte schon vor einiger Zeit mal vorgeschlagen, dass wir zur Abwechslung Sex auf dem Wohnzimmersofa haben. Aber bei der Vorstellung, dass dann plötzlich ein Teenager vor uns steht, ist mir jede Lust vergangen. Vor ein paar Monaten kam Benno dann ins Bad, gerade als ich aus der Dusche stieg. Er meinte, dass die Wäsche ein zweites Mal geschleudert werden muss – ich habe zuerst gar nicht kapiert, was er damit meint.

Die Waschmaschine ist unser Komplize

Benno: Im Schleudergang veranstaltet unser altes Ding so einen Höllenlärm, dass unser Nachwuchs nicht mitbekommt, was im Badezimmer passiert. Trotzdem habe ich natürlich die Tür abgeschlossen.

Jana: Dann hat Benno mich an sich gezogen und geflüstert, dass die Zwillinge Maus-Clips gucken würden und die beiden Großen sich in ihre Zimmer verzogen hätten.

Benno: 17 Minuten dauert so ein Schleudergang. Nicht lang, aber besser als nichts. Jana und ich treffen uns inzwischen regelmäßig zum Stelldichein im Bad. Die Waschmaschine ist unser Komplize.

Jana: Vor kurzem hat Benno beim Frühstück gesagt: "Wir müssen dringend Kochwäsche waschen", und mich breit angegrinst. Ich bin bestimmt rot geworden, weil ich fürchtete, dass die großen Kinder checken, dass das eine Aufforderung zum Sex ist.

Benno: Im Bad hat Jana kurz gemeckert, dass ich unser Geheimnis nicht preisgeben soll. Sex auf der Waschmaschine hatten wir trotzdem.

*Alle Namen von der Redaktion geändert


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