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Faszination Baby - Es gibt Wunder, die nur Eltern erleben

Ein Elternpaar spricht es aus: Nichts macht glücklicher, als einem Baby beim Aufwachsen zuzuschauen. Aber nicht nur das Baby verändert sich im Wochentakt, auch die Eltern bemerken oft ganz neue Züge an sich selbst.

Von Okka Rohd und Peter Praschl

Das unschuldige Lachen eines Babys lässt einen selbst die größte Schweinerei vergessen.

Ist dieses Baby nicht süß! Das unschuldige Lachen eines Kindes lässt einen selbst die größte Schweinerei vergessen.

SIE: Sie öffnete die Augen, wie sie es jeden Morgen macht, mit diesem Blick, der erst noch ganz verschlafen und dann innerhalb von Sekunden hellwach ist. Ich gebe ihr einen Kuss. Und drücke meine Nase in ihren Bauch, weil ich davon überzeugt bin, dass ihr das gefällt. Sie beginnt dann immer, ganz aufgeregt zu zappeln. Also nasedrücke ich noch einmal. Nur dass sie heute Morgen kein bisschen zappelte. Sie lag ganz still da, sah mich an und lachte. Kein stilles Grinsen, sondern ein lautes, bauchiges Ganzkörperlachen, so mitreißend und weltunberührt, dass mir eine Träne die Backe heruntertropfte. Vielleicht waren es auch zwei.

Plötzlich hat das Baby Humor

In den letzten fast sieben Jahren mit meiner ersten und nun meiner zweiten Tochter habe ich mich an vieles gewöhnt – ans Frühaufstehen, ans einhändige Essen, sogar daran, auf einmal so nah am Wasser gebaut zu sein wie ein Leuchtturm. Aber nie werde ich mich an die Wunder gewöhnen, die einem mit Kindern passieren, meistens dann, wenn man kein bisschen damit rechnet. Plötzlich wächst einem über Nacht Humor.

Käse im DVD-Player

Plötzlich schiebt einem im Bett das Kind, das einem eben noch auf den Unterarm gepasst hat, seine eiskalten Füße in Größe 32 zwischen die Unterschenkel. Plötzlich macht man abends den DVD-Player an und findet dort eine Scheibe Käse, weil die Tochter herausfinden wollte, ob im Fernsehen dann "Die Sendung mit der Maus" läuft – Mäuse mögen schließlich Käse. Plötzlich guckt einen ein gar nicht mehr so kleiner Mensch an und sagt: "Mama, ich liebe dich bis zum Mond." Und ich sterbe ein bisschen vor , wische mir wieder eine Träne weg und frage mich, wann ich so verdammt sentimental geworden bin. Aber eigentlich ist das auch kein Wunder.

ER: Manchmal schaue ich sie an und denke: Glück gehabt. Weil ich mich so freue darüber, dass ich jetzt eine völlig andere Frau habe als jene, die ich damals kennengelernt habe. Damals war die Frau eine ernste Person, die einigen Wert darauf legte, einen respektablen Eindruck zu hinterlassen. Sie war ziemlich introvertiert und hätte unter keinen Umständen Pupswitze gemacht. Eine ganz normale zeitgenössische Frau also – nicht aus der Fassung zu bringen, beherrscht, eine grundsolide Person wie ich selbst.

"Schüttel deinen Speck"

Wie man eben so ist als Mensch, der sich irgendwann vorgenommen hat, nur noch Nägel mit Köpfen zu machen. Jetzt macht sie Hasenohrenpfannkuchen. Sie singt aus vollem Hals "Schüttel deinen Speck", tanzt dazu in der Küche herum, und es ist ihr völlig egal, wie sie dabei aussieht. Sie vertreibt Idioten, früher hätte ich das für sie erledigen müssen, obwohl ich mindestens so konfliktscheu wie sie bin, aber sie war der ein wenig altmodischen Auffassung, dass das Idiotenvertreiben der Mann für seine Königin erledigen sollte.

"Schade, dass er nicht auch rülpst"

Sie jammert nicht über ihre Arbeit, sondern schafft sie zack, zack weg. Sie kann sich im Chaos wohlfühlen, weil sie beschlossen hat, lieber zu leben, als aufzuräumen. Sie schafft es, innerhalb von zehn Minuten in Feierlaune zu sein, sie hat ja keine Zeit mehr für langwierige Stimmungskalibrierungen. Sie ist mit ihren Gefühlen total untaktisch geworden. Sie steckt ihren Finger in den Pups-Schleim und lacht, wenn er tut, was die Packung verspricht. Und dann sagt sie: "Schade, dass er nicht auch rülpst."

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