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Bedingungslos

Jeder, egal, ob Tellerwäscher oder Millionär, bekommt vom Staat ein monatliches Grundeinkommen. Kann das funktionieren? Geht dann überhaupt noch jemand arbeiten? Eine verlockende Idee im Reality-Check.

Text: Axel Reimann | Fotos: Jörg Jäger, Fritz Beck, Patrick Ohligschläger,

Kinder haben es schon lange geahnt: Den Zusammenhang zwischen Arbeit und Lohn haben die Erwachsenen erfunden. Als Disziplinierungsmittel: Erst räumst du dein Zimmer auf, dann kriegst du ein Eis. Erst machst du deine Hausaufgaben, dann gibt es Taschengeld. Und natürlich haben wir jetzt keine Zeit zum Spielen, jemand muss ja schließlich auch mal die Miete verdienen. Irgendwann, so die Hoffnung der Eltern, hält der Nachwuchs das Ganze für ein Naturgesetz. Wie man selbst. Und sind die Kinder erst mal erwachsen, haben sie diesen Glaubenssatz vollkommen verinnerlicht und werden zu produktiven Mitgliedern der Gesellschaft. Bisher war das jedenfalls so. Meistens.

Da ist es einigermaßen verstörend, was gerade passiert: Immer lauter werden die Stimmen, die fordern, das heilige Band zwischen Arbeit und (existenzsicherndem) Einkommen zu zerschneiden. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens erfährt zurzeit einen völlig unerwarteten Schub. Geld vom Staat soll es für jeden geben, ohne Bedürftigkeitsprüfung oder Auflagen, egal, ob der Empfänger Einkommensmillionär ist oder Arbeitsloser. Silicon-Valley-Größen finden genauso Gefallen an der Idee wie Vorstände von DAX-Konzernen. Anarchisten und Linke können ihr etwas abgewinnen, aber auch Neoliberale und Kapitalismusfans. In Finnland, Kanada und den Niederlanden sind Experimente und Pilotprojekte geplant. In der Schweiz wird im Juni über ein monatliches Grundeinkommen von 2500 Franken, rund 2280 Euro, für Erwachsene und 625 Franken, etwa 570 Euro, für Kinder und Jugendliche abgestimmt.

In Deutschland hält eine Mehrheit der Bevölkerung laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ein bedingungsloses Grundeinkommen für wünschenswert. Doch was die Finanzierbarkeit der verschiedenen Grundeinkommenskonzepte angeht, überwiegt die Skepsis.

Den ganzen Text findet ihr in der aktuellen Ausgabe von Nido – seit Freitag, 22. April, überall am Kiosk!

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