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Weniger Chef, mehr Kind

Eine eigene Firma zu gründen, klingt für Eltern verlockend. Kein Chef, keine festen Arbeitszeiten und mehr Zeit fürs Kind. Klappt das auch?

Wer kennt das nicht? Chefs setzen Meetings für nachmittags um fünf an. Sie verteilen die spannenden Aufträge an junge, unerfahrene, ledige Jünglinge. Kinderlose Kollegen heben die Brauen, wenn Mütter oder Väter um halb fünf Uhr sagen: Ich mach dann mal Feierabend und hole die Kinder ab. Dass man morgens um acht der erste im Büro war, hat natürlich keiner mitbekommen.

Manchmal will man weglaufen, aber das ist feige und geht ja auch gar nicht. Oder doch?

Hunderttausende Eltern pro Jahr machen sich selbstständig. Für viele geht die Rechnung auf: Weniger Chef, mehr Kind. Unter den Frauen, die in die Selbstständigkeit gehen, hat jede zweite Kinder. Bei den Männer ist es jeder dritte. Elternschaft und Selbstständigkeit – das schließt sich nicht aus, das bietet sich offenbar geradezu an. „Eltern stehen einer Selbstständigkeit sogar positiver gegenüber als der Durchschnitt“, hat Matthias Notz herausgefunden, der am Entrepreneurship Centre der Ludwig-Maximilians-Universität Studien zum Thema durchgeführt hat.

Kein Wunder. Gerade junge Mütter erleben oft, dass ihre herausragenden Kenntnisse und Fähigkeiten plötzlich verzichtbar zu sein scheinen. Das berichtet auch Anna Engers, die nach dem Jura-Studium in einer US-Großkanzlei in Frankfurt durchstartete – bis zwei Kinder ihre Karriere in einer Sackgasse enden ließen. „Mein Chef saß in den USA, die Telefonate waren am späten Nachmittag, da konnte ich nie.“ Sie kündigte, machte sich selbstständig und hat doppelt gewonnen: Sie verbringt nachmittags Zeit mit ihren Kindern und arbeitet wieder an anspruchsvollen Projekten – ihren eigenen. „Das kriegen Sie doch nicht hin“, sagt niemand mehr zu ihr.

Nido hat mit Vätern und Müttern gesprochen, die den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben. Sie berichten von Zweifeln und Hindernissen, von Erfolgen und Momenten des Glücks. Und oft auch von Partnern, die mitzogen. Weil Selbstständigkeit oft eben genau das ist: eine Familienangelegenheit. Die ganze Geschichte lesen Sie ab Freitag, 16. Januar in der neuen Ausgabe von Nido.

Natürlich interessiert uns, was Sie über Selbstständigkeit denken. Ist das für Eltern eine Alternative zur Festanstellung? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

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