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Wie schmeckt deutsch?

Braten, Soße und Sättigungsbeilage: Das ist der gemeinsame Nenner deutscher Küche. Dabei schlummert zwischen Alpen und Nordsee ein Hort kulinarischer Exotik. Eine Grabung nach den Wurzeln unseres Geschmacks.

Text: Paul-Philipp Hanske

Als ich vor nicht allzu langer Zeit die elterliche Wohnung betrat, durchfuhr es mich. Dieser Geruch: nach Räucherspeck und Wurzel­gemüse. Ich hatte ihn seit Jahren nicht mehr in der Nase. Ich wusste sofort, was gespielt wird: Es gibt Pichelsteiner! In meiner Kindheit war dieses sehr einfache Eintopfgericht der blanke Horror für mich. Vielleicht war es schon der Name, der mich so abstieß: Ich verstand stets „Pickelsteiner“. Dazu kam der erdige Geschmack von Sellerie und Petersilienwurzel, die mehlig gekochten Kartoffeln, das Schweinefett und – der Geschmack gewordene Schrecken – Kümmel: Allein der Gedanke an Pichelsteiner reichte, um mir den Magen umzudrehen. Wie sehr beneidete ich meine Klassenkameraden, bei denen es regelmäßig italienische Köstlichkeiten wie „Pasta asciutta“ gab (gesprochen: Pastaschuta, zu deutsch: trockene Pasta – unter diesem Namen wurde hierzulande, aus mir bis heute völlig unerfindlichen Gründen, in den 70er Jahren Spaghetti Bolognese beworben).

Doch nun war alles anders. Schon beim Betreten der Wohnung dachte ich: Oh, das riecht aber gut. Ich hatte meinen Frieden geschlossen.

Pichelsteiner Eintopf ist ein typischer Vertreter der deutschen Küche. Hören wir „Italien“, denken wir an frische Tomaten, bei „Frankreich“ an Austern und bei „Österreich“ an ein Himmelreich aus Mehlspeisen. Und an was lässt uns „Deutsche Küche“ denken? Schwere Eintöpfe, mehlpappige Soßen, Berge von Fleisch und fettige Würste. Und von der deutschen Obsession für „Ssrrkrrtt“ ist die kulinarische Welt seit mehr als hundert Jahren befremdet.

Doch es lohnt sich, nach den kulinarischen Wurzeln zu graben! Denn Schwäbische Maultaschen, Rinderrouladen und Sauerbohnen bringen nicht nur Erinnerungen, sondern auch den guten Geschmack zurück.

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Die Titelthemen der neuen Ausgabe im Überblick.

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