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Links der Woche #118 – Refugees Welcome!

Links, die uns diese Woche untergekommen sind und die wir für klickenswert halten, haben wir hier zusammengefasst.

Vor einer Woche hat die Bundesregierung ihre Flüchtlingsprognose stark nach oben korrigiert. Mit bis zu 800.000 Flüchtlingen rechnet Bundesinnenminister Thomas de Maizière in diesem Jahr. Gleichzeitig steigt die Zahl der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte dramatisch und Politik und Behörden beginnen nur langsam auf die gestiegenen Flüchtlingszahlen zu reagieren. Immer wieder kam und kommt es zu unerträglichen Zuständen in einzelnen Flüchtlingsunterkünften.

Neben der täglichen, unsäglichen Hetze in den sozialen Netzwerken, entstehen aber auch überall im Land Initiativen, die mit Spenden und tatkräftiger Hilfe Flüchtlinge unterstützen.

Wie und wo kann ich selbst helfen? Wo gibt es Zahlen und Fakten zum Thema? Was sind Gründe für Flucht? Wie reagiert man am besten auf Vorurteile oder offensiven Hass? Was haben die Menschen hinter sich, die da kommen?

Aus gegebenem Anlass gibt es diesmal ein Sonderausgabe der Links der Woche. Refugees welcome!


In dem Multimedia-Special „Der Zaun“ besucht die Redaktion der Süddeutschen Zeitung die Außengrenzen der Europäischen Union und berichtet über die dramatischen Umstände unter denen die meisten der Flüchtlinge über das Mittelmeer kommen (und viel zu oft auch: umkommen).


Spiegel Online hat mit „Exodus – Die große Flucht aus Syrien“ bereits 2014 ebenfalls in einem Multimedia-Special über die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge berichtet.


Das Zeit-Magazin erzählt die Geschichte der 17-Jährigen Jawaher. Ihre Flucht über das Mittelmeer scheitert. Anhand des Einzelschicksals beschreibt die Reportage auch, wie die Flüchtlingsrouten verlaufen und wie das skrupellose Schleppergeschäft funktioniert.


Arte hat ein sehr großes „Refugees-Special“ mit vielen Hintergrundinformationen, Interviews und Reportagen zum Flüchtlingsthema. U.a. gibt es dort auch die Comic-Reportage „Kawergosk – 5 Sterne“ des deutschen Zeichners Reinhard Kleist, der 2014 ein Flüchtlingslager im Nordirak besucht hat.


Unter dem Hashtag #neuindeutschland sammelt das SZ-Magazin alltägliche Begegnungen mit Flüchtlingen, die jetzt „mitten unter uns leben“. Von der zufälligen Begegnung im Urlaubszug nach Hause bis zum Hausmeister der im Wortsinn gegen Vorurteile anarbeitet.


Die Zeit berichtet aus Passau. Hier stranden Flüchtlinge einfach so im Vorgarten der Mittelschicht. Passau als das bayrische Lampedusa. Mittendrin: Ein pragmatischer Bürgermeister, hilfsbereite Bürger, verunsicherte Nachbarn und Flüchtlinge, die einfach nur schlafen wollen. Sehr beeindruckend.


Sascha Lobo macht sich in seiner Spiegel-Online-Kolumne Gedanken darüber, wie man mit den alltäglichen Hasspostings in sozialen Netzwerken umgehen sollte. „Gegenrede hilft, aber ohne Hass“. Wahrscheinlich hat er recht. Zumindest bei Menschen, die offenbar aus der Mitte der Gesellschaft ihre Vorurteile absondern. Bei Menschen, die sich unfassbarerweise so verhalten hilft allerdings nur noch der strafende Rechtsstaat.


Wie begegnet man „besorgten Bürgern“, die ihre Stammtisch-Vorurteile auf gefühlten Halbwahrheiten und Unwissenheit begründen? Am besten mit Fakten und positiven Beispielen. ProAsyl listet die häufigsten Vorurteile und wie man am sachlichsten darauf reagiert. Spiegel Online beantwortet in einem umfangreichen Fakten-Spezial die wichtigsten Fragen zum Thema Flüchtlinge und Einwanderung und auf süddeutsche.de finden sich (teilweise nicht mehr ganz aktuelle) Daten, die u.a. auch zeigen, dass Einwanderer durchaus auch ein wirtschaftlicher und finanzieller Gewinn für Deutschland sind.

Und mit der Stammtisch-App aus Österreich hat man auch vor Ort immer passende Gegenargumente zu den häufigsten Vorurteilen dabei. Vieles davon ist auch auf Deutschland übertragbar.


Wer selbst helfen möchte (und warum man das auch aus Eigennutz tun sollte, hat Katharina Lotter hier aufgeschrieben), kann momentan zum einen bei akuten Problemen in der eigenen Stadt mit Spenden und aktiver Hilfe einspringen oder sich z.B. als Mentor für die langfristige Integration von Flüchtlingen einsetzen.

EDITION F hat viel Anregungen und Links dazu gesammelt, bei Wie kann ich helfen? werden deutschlandweit Initiativen auf einer Karte gesammelt und tagesschau.de hat ebenfalls eine interaktive Karte, in der lokale Flüchtlingsinitiativen redaktionell in Filmbeiträgen und Artikeln vorgestellt werden.

Ein Beispiel von vielen ist #BloggerFuerFluechtlinge. Die Aktion wurde diese Woche erst ins Leben gerufen und wächst so rasant, dass dringend Unterstützer gesucht werden. Neben Spenden werden hier auch Beiträge von Bloggern gesammelt, die zum Thema schreiben.


Die Flüchtlingsströme werden voraussichtlich nicht abbrechen. Menschen werden hier herkommen. Ob wir ihnen das Taschengeld kürzen oder nicht. Weil es da, wo sie herkommen tausendmal schlimmer ist.

20.8.2015

Posted by Klaus Stuttmann on Freitag, 21. August 2015

Das ist die Wirklichkeit. Es liegt an einer der wohlhabendsten Gesellschaften der Erde diese Menschen so schnell wie möglich in die Gesellschaft zu integrieren. Schon aus reinem Eigennutz.

Über weitere Hinweise auf Beiträge und Initiativen freue ich mich in den Kommentaren.

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