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Frage Nummer 3000034462 Gast

Auf Wasserstraßen durch Deutschland.

Wir haben uns gestern die Frage gestellt, ob es möglich ist Deutschland von Nord nach Süd oder umgekehrt ;) zu durchqueren ohne theoretisch über Land zu gehen. Theoretisch gedacht im Kanu. Danke, wenns jemand weiß.
Antworten (24)
Skorti
Definiere von Nord nach Süd.
Von List nach Oberstdorf?
Von List bis zum südlichsten deutschen Punkt auf der Landkarte hinter Oberstdorf?
Von irgendwo an der deutsch-dänischen Grenze bis zur deutsch-schweizerischen oder deutsch-östereichischen Grenze?
Von irgendwo nördlich der Alpen bis südlich von Nordfrieslan?
(Zur Not kommt man bestimmt den Rhein rauf bis Schaffhausen, je nach Definition geht das also auch.)
Amos
Zumindest von der holländischen Grenze über Rhein, Rhein-Main-Donau-Kanal, Donau bis zur deutschen Grenze. Oder auf dem Inn und Salzach bis nahe Salzburg.
Ines
Mit einem Kanu dürfte das sogar praktisch möglich sein... Aber ob die Kraft das zulässt ;)
ing793
Du startest an der Elbmündung, dann über Mittellandkanal, Dortmund-Ems-Kanal und Rhein-Herne-Kanal in den Rhein. Den aufwärts bis zum Bodensee in die Schweiz.
Alternativ in den Main und über den Main-Donau-Kanal in die Donau und nach Österreich.
Oder Start in Lübeck, über den Trave-Elbe-Kanal und dann weiter wie oben.
Oder Start an der Odermündung und dann über den Oder-Havel-Kanal die Havel abwärts bis zur Elbmündung.
Gast
Ing793 wieso soll das in Österreich enden? Man kann doch ein Stück die Donau hoch um dann über die Isar in die Alpen zu gelangen.
ing793
@caro: jaja
Musca
den Rhein per Kanu stromaufwärts ?? na danke.
Zero
da alle Flüsse im Meer enden, wäre die umgekehrte Strecke nicht einfacher? Man kann sich quasi treiben lassen
machine
Wenn ich den See seh', brauch ich kein Meer mehr.
Gast
Zero, das meint Gast mit umgekehrt
machine
Moin caro.
Gast
Moin primusinterpares
Gast
noch was Zero: nicht alle Flüsse enden in einem See oder dem Meer.
Gerdd
@caro: Richtig - viele Flüsse münden in andere Flüsse. Aber es gibt da noch andere Fälle - mir ist jedenfalls einer bewußt. Eines der schönsten Flußdeltas der Erde - und kein Meer, kein See - na?
Amos
Das Delta der Venus!
Gast
Amos, welch schönes Bild!
Gast
Gerdd - oder versickern!
Gerdd
@caro - in der Tat ... so geschieht es mit dem Okavango in Botswana.

Das Okavango-Delta ist eines der schönsten Naturreservate der Erde und zur Regenzeit ein herrliches Feuchtgebiet.

(@Amos - da kommt uns nun die Charlotte Roche in die Quere, aber die war wohl auch mehr auf deine Version vom Delta aus ...)

Aber da das Delta am Rande der Kalahari-Wüste liegt und es noch ein paar tausend Kilometer bis zum Meer sind, verläuft das ganze im Sand und trocknet dann bis zum nächsten Jahr wieder aus.
Gast
Gerdd - auch in Deutschland versickern Flüsse.
Gerdd
@caro - ja? Noch nie bemerkt ...

Aber bestimmt nicht so malerisch - und mit so viel Aufwand an Wasser (?)

https://www.google.com/search?q=Okavango und dann weiter mit ->"images" (oder ->"Bilder" wenn der Browser deutsch spricht?)

Das wäre für unsere Kanuten doch mal eine Anregung - oder lieber gleich der Sambesi?
wandersmann
Die Schwierigkeit ist ja immer die "Kontinentalwasserscheide" zwischen Rhein/Elbe und Donau zu überwinden, es sei denn, man will "nur" in den Bodensee.
Den Startpunkt im Norden kann man frei wählen, sei es Nord- oder Ostsee, mit Hilfe des Nord-Ostsee-Kanals kann man ja ganz einfach von der einen in die andere hinüberpaddeln.

Startpunkt Rhein :
a) den Rhein hinauf bis durch den Bodensee und in Lindau einen leckeren Grenzcappucino trinken. Fertig. Schwierig wird's aber den Rheinfall zu überwinden, ohne über Land zu gehen..
b) um wirklich "ganz" nach Süden zu kommen, muss man die Iller hinaufpaddeln. Da die Iller ein Nebenfluß der Donau ist (mündet bei Ulm), bleibt einem nur der Weg über die Kontinentalwasserscheide. Also vom Rhein den Main hinauf, dann durch den Main-Donau-Kanal, die Donau flußaufwärts bis Ulm, und dann ab in die Iller. Am Ursprung der Iller (Zusammenfluss aus Breitach, Stillach und Trettach bei Oberstdorf) der Stillach folgen. Dann den Rappenalpenbach aufwärts in den Haldenwanger Bach. Dessen Quelle liegt ein paar Meter vom südlichsten Punkt Deutschlands entfernt.
c) Alternativ sind natürlich von der Donau aus auch Lech, Isar, Inn und, davon ausgehend, die Alz oder Salzach zu befahren - um weiter östlich an die südliche Grenze zu gelangen. Gut mit dem Kanu bis über die Grenze zu befahren ist die Isar, und dann hat man es nach der Landesgrenze auch nicht mehr weit bis zum Quellgebiet. Um von Süden nach Norden zu fahren, würde ich hier starten.
d) Wenn man's ein bisschen extremer mag - an der Landesgrenze am Tiroler Achen starten - das ist dann Rafting :) und durch den Chiemsee und die Alz und den Inn in die Donau, dann aufwärts - Main-Donau-Kanal, Main, Rheinmündung.
e) Landschaftlich wahrscheinlich die beste Wahl und die längste Strecke : Start an der Fischunkelalm am Obersee, durch den Königssee und die Königsseer Ache, die Berchtesgadener Ache über die Landesgrenze in die Salzach. Vorbei an der Bundespolizei, also den Ausweis einstecken, die Salzach und den Inn hinunter in die Donau und dann weiter wie gehabt.

Wirkliche Alternativen zum Rhein-Donau-Kanal gibt es nicht. Wenn man eine Stunde zu Fuß das Kanu schieben in Kauf nimmt, kommen mir noch zwei Möglichkeiten in den Sinn. Allen voran der Karlsgraben, der von der Altmühl in die Schwäbische Rezat führt. Der ist allerdings nach über tausend Jahren in einem Zustand, der ein bisschen Kanuschieben unabdingbar macht.
Um ihn zu benutzen, von der Donau bei Kehlheim rechts abbiegen, dann bei Dietfurt in die Altmühl. Die Altmühl hat so gut wie keine Strömung, daher eine super Sache "Bergauf". Jetzt hinter Treuchtlingen rechts den Karlsgraben nicht verpassen. Wenn's nicht weitergeht, einfach parallel zum Karlsgraben mit Kanu wandern und direkt in die Schwäbische Rezat einsetzen. Dieser dann folgen, bis es bei Georgensgmünd in die Rednitz geht. Rednitz und Regnitz folgen, bis man bei Forchheim "Zwangsweise" im Rhein-Donau Kanal landet und dann weiter wie gehabt.

Als letzte Option würde ich noch einen Übertritt von der Donau in die Elbe in Betracht ziehen. Der einzige Ort, den ich kenne, an dem dies ohne größere Steigung, aber mit einer guten Fußwanderung, zu bewerkstelligen ist liegt in Österreich. Im Buch "Mühlviertel: Wanderungen zwischen Donau und Böhmerwald. 50 Touren." ist die Tour gut beschrieben, von Rainbach nach Leopoldschlag Mark. Also - zur Anreise :

Start an der Fischunkelalm am Obersee, durch den Königssee und die Königsseer Ache, die Berchtesgadener Ache über die Landesgrenze in die Salzach. Die Salzach und den Inn hinunter in die Donau. Dann die Donau abwärts an Linz vorbei und kurz danach in Obersebern links in die Aist abbiegen. Bei Hohensteg links halten und die Feldaist hinauf bis zum Badeteich bei Reinbach-Stadln. Jetzt der Wanderroute folgen und das Kanu bis Leopoldschlag schieben. Jetzt in den Grenzfluss nach Tschechien, die Maltsch einsetzen und dieser Flussabwärts folgen. Es geht durch einen schönen Stausee nach Budweis, dort mündet die Maltsch in die Moldau. Der Moldau folgen bis in die Elbe, und dann immer schön Bergab die Elbe hinab nach Hamburg. Wer mag, kann in den Elbe-Trave-Kanal abbiegen und landet über Lübeck in der Ostsee.
Gerdd
@Wandersmann - das wär's doch mal! Liebe zum Detail und anscheinend weitgehend vollständig.

Aber - Frage: Könnte man von der Donau in die Elbe nicht auch über diese Route kommen? - Donau - Rhein-Donau-Kanal - Dortmund-Ems-Kanal - Mittellandkanal - Elbe?

Dann womöglich über den Elbe-Havel-Kanal bis nach Brandenburg, und dann die Frage: Schaffen wir's jetzt auch noch bis zur Oder? Natürlich könnte man immer über die Elbmündung und den Nord-Ostseekanal zur Odermündung kommen. Aber per Binnenschiffahrt?
ing793
@Gerdd: siehe Antwort Nr. 4 - nicht so liebevoll im Detail, aber bis in die Oder geht es
Gerdd
@ing - ach so ...

ja, das ist schon so lange her - in meinem Alter eine echte Herausforderung.

Was mir fehlte, war (ist) der Oder-Havel-Kanal.

Der von dir beschriebene Weg umgeht ja speziell den Nord-Ostsee-Kanal oder den Kattegat auf dem Weg von Ostsee zu Nordsee. Auch sehr schön.

Wie sich langsam herauskristallisiert, kann man unser schönes Vaterland in die kreuz und in die quer durchmessen, ohne jemals einen trockenen Fuß zu riskieren.